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Geflügel

Verzicht auf Käfigeier beflügelt Bodenhaltung

von , am
09.04.2010

Eppingen - In der Zeit vor Ostern wurden ausländische Käfigeier eingelistet, um einen Versorgungsengpass auszuschließen. Jetzt spielen einige Produzenten mit dem Gedanken, auf Käfigeier ganz zu verzichten.

© agrarfoto.com

Eier:
Eierpreise geben nach


Wie erwartet gaben die Eierpreise in KW 14 nach. Wie jetzt bekannt wurde, hatte eine große deutsche Handelskette in der Zeit vor Ostern erneut ausländische Käfigeier eingelistet, um einen Versorgungsengpass an Eiern wie vor Weihnachten aus zu schließen. Diese Käfigeier sollen jetzt nach Ostern wieder ausgelistet werden. Auch spielen mittlerweile wohl einige Eiproduktenwerke mit dem Gedanken, ganz auf Käfigeier zu verzichten und nur noch Eiprodukte mit Bodenhaltungseiern an zu bieten. Auch dies dürfte dem Markt für Bodenhaltungsware wieder auf die Sprünge helfen.

 Der Markt für "3er" Eier ist wohl relativ stabil; mittlerweile nähern sich aber die Preise der "2er Eier" allmählich an die Preise für "3er Eier" an. Dies dürfte jedoch nur eine kurzfristige Erscheinung sein, da in Deutschland die Produktion an Käfigeiern keine große Bedeutung mehr hat. Auch das EU-Ausland muß ja 2012 mit dem Verbot der herkömmlichen Käfighaltung nach ziehen, so dass mittelfristig die Preise im Eierbereich wohl relativ gut bleiben werden.

Pro Kopf Verbrauch 2009 stieg um 3 Eier

Nach neuesten Berechnungen des statistischen Bundesamts ist der pro Kopf Verbrauch an Eiern im Jahr 2009 um 3 Eier gestiegen. Und dass, obwohl 2009 das erste Jahr war, in dem die CMA keine generische Werbung mehr für Eier im allgemeinen machte. Allein dieser Anstieg im Verbrauch ist wohl Beweis genug dafür, dass die Werbemaßnahmen der CMA in den letzten Jahren bestenfalls wirkungslos waren. Ich hoffe doch sehr, dass der Milchindustrieverband sich diese Meldung genau durchliest. Angeblich will der MIV ja eine Neuauflage der CMA Werbung "Die Milch macht's" –finanziert von den Milchlieferanten- starten. Hiervor kann ich nur dringend abraten; der EU-weit schlechte Milchpreis in 2009 hatte nichts mit fehlender generischer Werbung zu tun.

Geflügel:
Produktion von Hähnchen und Puten legt weiter zu

Die Hähnchen- und Putenschlachtungen sind im Februar erneut deutlich gestiegen. Dies belegen die jüngsten Daten des Statistischen Bundesamtes. Am Hähnchenmarkt wurden 60.060 Tonnen registriert. Das waren 11,3 Prozent mehr als im Vorjahr. Gut 77 Prozent davon wurden zerteilt angeboten. Am Putenmarkt beliefen sich die Schlachtungen im Februar auf 38.320 Tonnen, dies war ein Plus von 19,5 Prozent gegenüber 2009. Bei der Putenproduktion dominiert der Anteil der Frischware, 90 Prozent der geschlachteten Tiere wurden frisch vermarktet.

Der Absatz von Geflügelfleisch hat sich belebt. Dies macht sich nach EMA-Informationen nun allmählich auch in steigenden Preisen bemerkbar. Die Großhandels- und Erzeugerpreise für Hähnchen blieben zwar noch unverändert, die Preistendenz ist aber nach oben gerichtet. Dies ist im Zusammenhang mit der privaten Grillsaison, die nun bereits eingesetzt hat, zu erwarten. Auch am Putenmarkt zeichnen sich festere Tendenzen ab, insbesondere für Frischware dürften bald höhere Preise zu erzielen sein.

 

{BILD:115548:jpg}Georg Heitlinger
Eierproduzent aus dem baden-württembergischen Eppingen, 40.000 Legehennen, davon ca. 12.000 in Freilandhaltung, 28.000 in Bodenhaltung, ca. 90 ha Ackerbau, inkl. Packstelle, analysiert ab sofort wöchentlich für agrarheute.com in Zusammenarbeit mit der EMA, Bonn, die Marktentwicklung bei Eiern und Geflügelmast.

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