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Seuchenbekämpfung

Vogelgrippe in Cloppenburg: Meyer handelte gegen Rat der Experten

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Redaktion agrarheute, agrarheute
am
23.03.2017

Anfang März hatte der niedersächsische Agrarminister Christian Meyer die Zwangskeulung eines Putenbestandes im Kreis Cloppenburg verhindert. Experten hatten dazu geraten.

Die derzeit grassierende Geflügelpest H5N8 hat in den vergangenen Woche insbesondere in der Geflügelhochburg rund um Cloppenburg gewütet. Nach dem Ausbruch des Erregers in zwei benachbarten Putenställen in Garrel Anfang März verhinderte der niedersächsische Agrarminister Christian Meyer (Bündnis 90/Die Grünen) die vorsorgliche Zwangstötung in einem weiteren Betrieb, in dem die Tiere zu diesem Zeitpunkt negativ getestet waren.

Wie die "Neue Osnabrücker Zeitung" berichtet, geschah dies entgegen des Rates von Experten. Eine vorsorgliche Tötung ist in diesem Fall zwar nicht gesetzlich vorgeschrieben, wird von Fachleuten jedoch empfohlen.

Die beiden Betriebe waren laut "NOZ" nur "wenige Hundert Meter" von dem ursprünglich betroffenen Stall mit 18.600 Puten entfernt, zudem hatte ein enger Kontakt durch Mitarbeiter und Fahrzeuge bestanden. In dem zweiten Betrieb mit 16.370 Puten brach der Erreger kurz darauf aus.

Die vorsorgliche Keulung der Tiere im dritten Betrieb fand dann nicht statt. Der Landkreis Cloppenburg bestätigte der Zeitung auf Nachfrage, dass "Landwirtschaftsminister Christian Meyer persönlich" der Tötung nicht zugestimmt habe.

Beide Bestände mittlerweile gekeult

Mittlerweile wurde der Erreger auch in dem dritten in der Nähe gelegenen Stall diagnostiziert, so dass weitere 15.000 Puten gekeult werden mussten.

Wie eine Sprecherin des Kreises gegenüber der "NOZ" erklärte, könne nicht ausgeschlossen werden, dass sich der Erreger von dem Bestand auf andere Ställe in der Region verbreitet habe.

Das niedersächsische Agrarministerium wiederum erklärt, dies sei epidemiologisch bislang nicht nachgewiesen worden. Ein Sprecher betont gegenüber der "NOZ": "Präventive Tötungen sind derzeit nach sorgfältiger Abwägung aller Alternativen auf Einzelfälle begrenzt und nicht die Regel."

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