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H5N8

Vogelgrippe: Eilverordnung tritt in Kraft

Legehennen braun
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Birgit Greuner, LAND & Forst
am
21.11.2016

Wegen der Vogelgrippe-Gefahr müssen auch kleinere Betriebe ab Montag Sicherheitsmaßnahmen treffen. Unterdessen gibt es weiter neue Fälle der Geflügelgrippe.

Die Schutzvorkehrungen zur Eindämmung der Vogelgrippe in Deutschland werden ausgeweitet. Von diesem Montag an müssen auch kleinere Betriebe Sicherheitsmaßnahmen treffen. Dann tritt eine Eilverordnung von Bundesagrarminister Christian Schmidt (CSU) in Kraft, wie ein Sprecher am 18. November auf Anfrage sagte.

Konkret geht es etwa darum, keine Unbefugten in die Ställe zu lassen. Tierhalter müssen Schutzkleidung tragen und Hände sowie Stiefel desinfizieren können. Bisher gelten die Vorgaben nur für Betriebe mit mehr als 1.000 Tieren. Je nach Risikolage können die Länder weitere Maßnahmen anordnen.

Bundesministerium plant bundesweite Stallpflicht

Das Bundesagrarministerium nimmt zur Eindämmung der Vogelgrippe eine bundesweite Stallpflicht für Geflügelbetriebe in den Blick. Ressortchef Christian Schmidt (CSU) habe entschieden, alle notwendigen Maßnahmen dafür vorzubereiten. Das sagte gestern ein Sprecher des Ministeriums nach einer Sitzung des zentralen Krisenstabs.

"Wir sind in Sorge, was die aktuelle Ausbreitung der Vogelgrippe angeht." Das Friedrich-Loeffler-Institut mit seinem nationalen Referenzlabor werde in den nächsten Tagen eine neue Risikobewertung vorlegen. Dann soll der Krisenstab erneut tagen.

Vogelgrippe jetzt auch in Hessen und NRW

Unterdessen ist das gefährliche Vogelgrippe-Virus H5N8 in einem weiteren Geflügelbestand in Norddeutschland und erstmals bei einem Wildvogel in Hessen sowie einem in Nordrhein Westfalen aufgetaucht.

Bei einem privaten Nutztierhalter in Barth (Mecklenburg-Vorpommern) seien neben Hühnern auch Tauben von dem Virus befallen, teilte das Schweriner Umweltministerium am Donnerstag mit. Es ist der zweite betroffene Geflügelbestand in Mecklenburg-Vorpommern. Erst vor wenigen Tagen war auf einem Geflügelhof in Mesekenhagen die Vogelgrippe bestätigt worden. Zudem wurden bislang nur noch in Schleswig-Holstein H5N8-Viren bei Hausgeflügel nachgewiesen, unter anderem in einer Massentierhaltung von Grumby.

In Nordhessen trägt eine tote Ente das gefährliche Vogelgrippe-Virus. Das teilte das hessische Umweltministerium am Donnerstag mit. Es ist damit der erste nachgewiesene Fall in Hessen. Rund um den Fundort am Twistestausee im Landkreis Waldeck-Frankenberg wird ein Sperrbezirk eingerichtet. Damit wurde der Erreger nun in sieben Bundesländern in Wildvögeln registriert - und zwar in Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein, Niedersachsen, Hessen, Sachsen, Bayern und Baden-Württemberg.

Die gefährliche Vogelgrippe H5N8 wurde auch bei einem Bussard aus dem Kreis Wesel festgestellt. Das bestätigte das Friedrich-Löffler-Institut. Bereits seit Tagen gilt in Nordrhein-Westfalen in bestimmten Regionen vorsorglich eine Stallpflicht für Hausgeflügel.

Niedersachsen: Immer mehr Landkreise verordnen Stallpflicht

Im Kampf gegen die Ausbreitung der Vogelgrippe weiten die Bundesländer die Stallpflicht immer stärker aus. In Niedersachsen haben mehrere Landkreise auf Basis der Geflügelpest-Verordnung die Stallpflicht für Geflügel im ganzen oder in Teilgebieten der Kreise angeordnet. Bund und Länder sind sich einig, dass eine Aufstallung in diesen Risikogebieten eine wichtige Maßnahme ist.

Das sogenannte Aufstallungsgebot gilt in folgenden niedersächsischen Landkreisen oder in Teilen davon:

  • Emsland,
  • Cloppenburg,
  • Grafschaft Bentheim,
  • Landkreis Ammerland,
  • Aurich,
  • Vechta,
  • Friesland,
  • Wittmund,
  • Wesermarsch,
  • der kreisfreien Stadt Wilhelmshaven,
  • Cuxhaven,
  • Diepholz,
  • Harburg,
  • Leer,
  • Lüneburg,
  • Nienburg,
  • Oldenburg,
  • Osnabrück,
  • Osterholz,
  • Rotenburg (Wümme),
  • Stade,
  • Verden,
  • in Teilbereichen im Zweckverband Jade-Weser,
  • Lüchow-Dannenberg,
  • Kreis Celle,
  • Gifhorn,
  • Raum Hannover,
  • Peine.

Besondere Hygienemaßnahmen einhalten

Niedersachsens Landwirtschaftsminister Christian Meyer wies darauf hin, dass Bund und Länder eine risikobasierte Aufstallung mindestens in avifaunistisch bedeutsamen Gebieten empfehlen. „Wir erwarten, dass dies nun auch in Niedersachsen so umgesetzt wird.“

Das Ministerium appelliert an alle Geflügelhalter, strikt die Biosicherheitsmaßnahmen einzuhalten:

  • Das gilt insbesondere für Hygienevorkehrungen etwa durch Schleusen, Desinfektionsmatten, Handwaschbecken und Schutzkleidung.
  • Zutritt zu den Beständen sollten allein die Tierhalter haben.
  • Ratsam sei gleichfalls eine präzise Buchführung über eintreffende und ausgehende Lieferungen.

Bund und Länder seien in enger Abstimmung. Es herrsche unter anderem Einigkeit darüber, dass aus Restriktionsgebieten Geflügel nur nach vorheriger Untersuchung auf das Vogelgrippevirus transportiert werden darf.

Meyer fügte hinzu, es seien alle Vorkehrungen getroffen, „um im Ernstfall schnell zu agieren“. Niedersachsen habe als weitere Schutzmaßnahme landesweit alle überregionalen Geflügelschauen abgesagt.

Das Ministerium empfiehlt:

  • eine verstärkte Vorsorge gegen sogenannte Schadnager, darunter insbesondere Ratten und Mäuse. In der kalten Jahreszeit wanderten solche Schadnager auch gern in die Ställe und könnten also dort das Vogelgrippe-Virus einschleppen.
  • Jeder Kontakt des Bestandes mit Wildvögeln, zum Beispiel an Futterstellen, Gewässern, durch Fahrzeuge und anderes, ist zu vermeiden.
  • Geflügelhalter sollten unklare Krankheits- und Todesfälle von Tieren im Bestand schnellstmöglich durch Untersuchungen auf Geflügelpest durch einen Tierarzt abklären lassen.
  • Falls es einen Verdacht gibt, muss dieser sofort beim jeweils zuständigen Veterinäramt gemeldet werden.
Mit Material von dpa, Pressedienst Niedersächsisches Landwirtschaftsministerium
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