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Seuche

Vogelgrippe: FLI bewertet Risiko höher

Pute im Stall
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Martina Hungerkamp, agrarheute
am
08.11.2017

Das Friedrich-Löffler-Institut hat das Risiko für eine Ansteckung mit der Geflügelgrippe erhöht.

Die zunehmend kältere und feuchtere Witterung sowie Konzentration von Wildvögeln durch den Herbstzug, insbesondere von Wasservögeln in Rastgebieten, begünstigt die Entstehung von Infektketten bei empfänglichen Wildvögeln. Das Virus bleibt in feuchter und kalter Umgebung beispielsweise im Kot infizierter Tiere länger stabil als bei höheren Temperaturen und Trockenheit.

Daher bewertet das Friedrich-Loeffler-Institut das Risiko einer Einschleppung und Verbreitung von HPAIV H5 durch Wildvögel in Hausgeflügelbestände in Deutschland abhängig vom Gebiet als wahrscheinlich. In der letzten Risikobewertung war dieser Punkt als gering bis mäßig bewertet worden.

Maßnahmen noch einmal überprüfen

Wichtig ist daher, die Biosicherheitsmaßnahmen in Geflügelbetrieben zu überprüfen und zu optimieren. Der beste Schutz des Geflügels vor Infektionen wird durch die weitgehende Unterbindung von direkten und indirekten Kontakten zwischen Geflügel und Wildvögeln erreicht.

Tote Stockente im Oktober

Ein Jahr nach dem ersten Nachweis des hochgefährlichen Erregers H5N8 bei toten Wasservögeln am Plöner See in Schleswig-Holstein werden in Europa noch immer infizierte Wildvögel gefunden und Nutzgeflügelbestände infiziert. Der Erreger findet sich also nach wie vor in der Umwelt. So verendete nach Angaben des Friedrich-Loeffler-Instituts (FLI) erst Ende Oktober eine Stockente in Niedersachsen an der Vogelgrippe.

Vogelgrippe in Italien

So ist in Italien laut dem Fachblatt L’Informatore Agrario die Vogelgrippe zurück. Die örtliche Gesundheitsbehörde hat den hochpathogenen Vogelgrippeerreger H5N8 in zwei Beständen in den Orten Montechiaro d'Asti und Montiglio Monferrato in der Provinz Asti nachgewiesen. Die beiden Höfe liegen laut der Meldung in unmittelbarer Nachbarschaft. 

Eine Sicherheitszone von 3 km sowie eine Überwachungszone von 10 km wurde um den Ausbruch festlegt und definiert. Insgesamt sind den Angaben zufolge 50 000 Legehennen betroffen, die höchstwahrscheinlich gekeult werden. Außerdem werden die produzierten Eier, Tierstreu und Futtermittel in den Betrieben vernichtet.

Die Infektion ist wahrscheinlich über erkrankte Wildvögel erfolgt. Die genauen Ergebnisse einer epidemiologischen Untersuchung dazu stehen aber noch aus.

Mit Material von dpa und AgE, Friedrich-Löffler-Institut
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