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Geflügel

Vogelgrippe: Furcht in Südkorea wächst

von , am
28.01.2014

Nach den sich häufenden Fällen der Vogelgrippe in China wurden auch in Südkorea erste Fälle nachgewiesen. Vorsorgliche Keulungen wurden angeordnet.

Niedersachsen dominiert auch in der Entenmast. © landpixel
Neben China wächst auch in Südkorea die Angst vor einem landesweiten Ausbruch. Das Virus wurde am 16. Januar nahe der Stadt Gochang, 300 Kilometer südlich von Seoul, erstmals seit drei Jahren wieder festgestellt, wie die dpa berichtet.
 
Die Erreger des Stammes H5N8 wurden dort in einem Entenbestand nachgewiesen. Südkorea wurde in den letzten zehn Jahren insgesamt vier Mal von der Krankheit heimgesucht.

Schutzmaßnahmen

Binnen vier Tagen nach diesem ersten Vorfall folgte die Nachricht von drei weiteren Neuinfektionen anderer Bestände. Bisher wurden 90.000 Enten vorsorglich gekeult sowie Sicherheitszonen eingerichtet, wie die südkoreanische Regierung bekannt gab. Eine Maßnahme zur Eindämmung der Vogelgrippe ist die Sperrung aller Geflügelfarmen in drei Provinzen. Auch die Angestellten dürfen die Anlagen laut Behördenangaben während des Desinfektionsprozesses zwölf Stunden lang nicht verlassen.

Wildenten Infektionsquelle

Die Befürchtung ist jedoch, dass es sich bei der Infektionsquelle um überwinternde Wildenten aus Russland handelt. Somit könnte sich jegliche Schutzmaßnahme als nutzlos erweisen. Die Wildenten-These wird bestärkt durch den Fund von circa 1.000 dieser Tiere, die nahe der ersten Ausbruchstelle in einem Seengebiet verendet gefunden wurden.
 
Auch sie starben, nach Angaben des südkoreanischen Landwirtschaftsministeriums, an der Avian Influenza des Typs H5N8. Mehr als 200.000 Wildenten halten sich aktuell in dem betroffenen Gebiet auf und fliegen weit umher, um Nahrung zu finden.

Ausbreitung landesweit

Nun wurden bereits erste Verdachtsfälle in weiter entfernt liegenden Regionen bekannt und die Befürchtungen somit bestätigt. Allerdings ist eine Übertragung dieses Virustyps, anders als bei jenem in China, auf den Menschen bisher nicht bekannt, so die dpa. Der seit 2013 in Asien grassierende neue Virus-Typ H7N9 bereitet den Behörden jedoch zunehmend Sorgen. Bislang sollen etwa 150 Menschen in China, Taiwan und Hongkong erkrankt und mindestens 46 von ihnen daran verstorben sein.

Wirtschaftlicher Schaden

Auch der Schrecken der letzten Seuche sitzt noch tief. Von Dezember 2010 bis Mai 2011 mussten damals insgesamt 6,5 Millionen Stück Geflügel gekeult werden, was einen immensen wirtschaftlichen Schaden in Asiens viergrößter Volkswirtschaft anrichtete.
 
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