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Geflügelpest

Vogelgrippe: Geflügelwirtschaft weist Vorwürfe von Minister Meyer zurück

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Birgit Greuner, LAND & Forst
am
24.03.2017

Die Geflügelwirtschaft ist verärgert über neueste Aussagen von Niedersachsens Agrarminister Christian Meyer. Dieser hält mangelnde Sorgfalt der Geflügelhalter für mitverantwortlich für die Ausbreitung der Vogelgrippe.

Nach Aussagen des niedersächsischen Agrarministers Christian Meyer (Bündnis 90/Die Grünen) soll mangelnde Sorgfalt der Landwirte zur Ausbreitung der Geflügelpest im Kreis Cloppenburg beigetragen haben. Der Vorsitzende des niedersächsischen Geflügelwirtschaftsverbandes, Friedrich-Otto Ripke wies diese Kritik am Donnerstag scharf zurück: Diese Aussage des Grünen-Politikers sei die "Unwahrheit und so nicht haltbar."

Während in anderen Teilen Deutschlands die Geflügelpest auf dem Rückzug ist, wurden vorige Woche im Kreis Cloppenburg neue Vogelgrippe-Neuausbrüche festgestellt und damit erstmals auch im Ammerland. 

Vogelgrippe durch Menschen von Stall zu Stall übertragen

Nach Aussage Meyers wiesen Erkenntnisse des Friedrich-Loeffler-Instituts darauf hin, dass der Virus nicht von Wildvögeln oder dem Wind verbreitet werde. Die Vogelgrippe werde vermutlich durch Menschen, Fahrzeuge und Geräte von Stall zu Stall getragen.

Ripke kritisierte, Meyer habe vorschnell ausgeschlossen, dass das hochansteckende, für Menschen aber ungefährliche H5N8-Virus durch vom Wind verbreitete Staubpartikel verbreitet werde: „Man müsste fairerweise sagen, das klären wir mal, bevor wir diese Vorwürfe erheben.“

Ripke: Biosicherheit freiwillig verschärft

Der Verbandsvorsitzende schloss nicht aus, dass es tatsächlich Einzelbetriebe gebe, die es mit der Sicherheit nicht so genau nähmen. Er wolle die schwarzen Schafe in keiner Weise schonen. „Aber dieser pauschale Vorwurf ist mit Sicherheit falsch und lässt sich nicht belegen.“

Die Geflügelwirtschaft habe die Maßnahmen zur Sicherheit sogar freiwillig verschärft. Die Situation sei für einzelne Betriebe existenzbedrohend.

Biosicherheitsmaßnahmen für putenhaltende Betriebe

Die NGW hatte nach den Neuausbrüchen zusätzliche Biosicherheitsmaßnahmen für putenhaltende Betriebe beschlossen. Danach sollen/soll

  • schlachtreife Tiere in Nachbarschaft zu Ausbruchsbetrieben sofort geschlachtet werden
  • zur Einstreu vorgesehenes Stroh im Stall gelagert werden
  • bei stärkerem Wind in der Nähe zu Ausbruchsbetrieben die windzugewandte Seite von Ställen abgedichtet werden

Betroffene NGW-Mitglieder erhalten zudem neue Informationsblätter und eine Checkliste. Für die Sperrbezirke und Beobachtungsgebiete hat der Landkreis Cloppenburg vorerst ein Wiedereinstallungsverbot erlassen.

Mit Material von dpa, Niedersächsische Geflügelwirtschaft
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