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Sicherheitsmaßnahmen

Vogelgrippe: Hessen lockert die landesweite Stallpflicht

Braune Freilandhennen
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Redaktion agrarheute, agrarheute
am
23.03.2017

Hessen lockert weiter die landesweite Stallpflicht wegen der Vogelgrippe. Geflügel muss jetzt nur noch in definierten Risikogebieten und in Restriktionszonen eingestallt bleiben.

Das aktuelle Geflügelpestgeschehen bei Wildvögeln in Hessen ist rückläufig, schreibt das hessische Landwirtschaftsministerium aktuell. Infolge der zunehmenden Inaktivierung des HPAI-Virus durch höhere Tagestemperaturen und UV-Strahlung sowie im Hinblick auf den weitestgehend abgeschlossenen Frühjahrsvogelzug werde sich der Infektionsdruck voraussichtlich weiter vermindern.

Eine Abwägung zwischen den aufgrund andauernder Stallpflicht vermehrt auftretenden tierschutzrelevanten Zuständen einerseits und dem geringen Zugewinn an Biosicherheit durch fortdauernde großflächige Aufstallung andererseits hat zu der Einschätzung geführt, dass eine weitere Lockerung des Aufstallungsgebotes vertretbar sei.

Aufstallungspflicht wird gelockert

Die Landesvorgaben zur Aufstallung des Geflügels in Hessen werden daher wie folgt angepasst: Eine Aufstallung in allen geflügeldichten Landkreisen entsprechend der Risikoeinschätzung vom 9. Februar 2017 ist ab sofort nicht mehr erforderlich.

Die Aufstallung soll nur noch in den bereits definierten Risikogebieten in der Nähe von Wasservogelrast- und Wildvogelsammelplätzen sowie in den aufgrund von Geflügelpestausbrüchen bei Wildvögeln eingerichteten oder einzurichtenden Restriktionszonen beibehalten werden. Die Landkreise und kreisfreien Städte entscheiden nach eigener Risikobewertung über die Erforderlichkeit der Erweiterung der Gebiete über die Risikogebiete hinaus, in denen das Geflügel aufzustallen ist.

Vogelgrippe: Märkte in Risikogebieten weiterhin verboten

Börsen, Märkte und Ausstellungen mit Geflügel in Risikogebieten und Gebieten, in denen die Aufstallung angeordnet wurde, sind bis auf Widerruf weiterhin verboten. Außerhalb von Risikogebieten und Gebieten, in denen die Aufstallung angeordnet wurde, können lokale Geflügelausstellungen durchgeführt werden, sofern sie in geschlossenen Räumen stattfinden. Überregionale Geflügelbörsen und -märkte sowie Ausstellungen mit Geflügel sind in ganz Hessen weiterhin verboten.

Börsen, Märkte und Ausstellungen mit Tauben und Vögeln anderer Arten können hingegen in ganz Hessen durchgeführt werden, in Aufstallungsgebieten jedoch nur in geschlossenen Räumen.

Nach Lockerung der Stallpflicht ist die konsequente Einhaltung der Biosicherheitsmaßnahmen umso wichtiger. Dies ist unabhängig von der Stallpflicht der beste Schutz vor einer Einschleppung der Vogelgrippe, schreibt das Ministerium und weist darauf hin, dass der Vogelgrippeerreger immer noch vorhanden sei und jederzeit wieder aktiv werden könne.

Mit Material von MUKLV Hessen
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