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Tiergesundheit

Vogelgrippe im Raum Cloppenburg: Weitere 92.000 Tiere werden gekeult

Puten im Stall
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Redaktion agrarheute, agrarheute
am
23.11.2016

Die Vogelgrippe H5N8 ist in einem Betrieb im Raum Cloppenburg mit Nutzgeflügel diagnostiziert worden. Nach den 16.000 Mastputen werden nun weitere 92.000 Tiere gekeult.

Das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) hat am Mittwochabend den Verdacht auf Vogelgrippe H5N8 in einem Barßeler Putenhaltungsbetrieb im Raum Cloppenburg bestätigt. Betroffen ist ein Mastputenbestand mit rund 16.000 Tieren. Der Landkreis Cloppenburg hatte bereits nach dem ersten Verdacht auf Grundlage der Geflügelpest-Verordnung die Tötung aller Tiere und einen 72-Stunden-Stand-Still um den betroffenen Stall angeordnet. Das bedeutet, dass in dieser Zone Geflügel nicht transportiert werden darf.

Der betroffene Betrieb wurde geräumt, die 16.000 Tiere gekeult. Im näheren Umkreis um den Seuchenbestand werden nach Angaben des Landkreis Cloppenburg darüber hinaus kurzfristig weitere 92.000 Tiere "getötet und unschädlich beseitigt".

Landkreis erlässt Tierseuchenbehördliche Allgemeinverfügung

Der Landkreis Cloppenburg erlässt vor diesem Hintergrund am 24. November eine Tierseuchenbehördliche Allgemeinverfügung zum Schutz gegen die Geflügelpest (Geflügelpest-Verordnung).

  • Dabei wird das Gebiet um den Seuchenbestand mit einem Radius von mindestens drei Kilometern als Sperrbezirk festgelegt. Im Sperrbezirk befinden sich 75 Geflügel haltende Betriebe mit insgesamt rund 270.000 Tieren.
  • Außerdem wird um den betroffenen Betrieb ein Beobachtungsgebiet mit einem Radius von mindestens zehn Kilometern angeordnet. Im Beobachtungsgebiet sind 134 Betriebe mit rund 885.000 Tieren betroffen.

In den Betrieben im Sperr- und Beobachtungsgebiet werden klinische Untersuchungen und Probeentnahmen vorgenommen. Das gestern vom Landkreis Cloppenburg festgelegte Verbringungsverbot ("Stand-Still") auf dem Gebiet der Gemeinde Barßel bleibt unabhängig davon bis zum 26. November, 18.00 Uhr, bestehen. Für das Sperr- und Beobachtungsgebiet gilt, dass gehaltene Vögel, Säugetiere, Fleisch von Geflügel und Federwild, Eier sowie von Geflügel und Federwild stammende sonstige Erzeugnisse und tierische Nebenprodukte wie Mist und Gülle weder in einen noch aus einem Bestand verbracht werden dürfen.

Meyer: 'Biosicherheitsmaßnahmen strikt einhalten'

Der niedersächsische Landwirtschaftsminister Christian Meyer (Bündnis 90/Die Grünen) lobte das schnelle und umsichtige Handeln des Landkreises Cloppenburg. Zuvor hatte Meyer erneuert an die Geflügelhalter appellierte, "strikt die Biosicherheitsmaßnahmen einzuhalten". Das gelte vor allem mit Blick auf Hygienevorkehrungen durch Schleusen, Desinfektionsmatten, Schutzkleidung und Handwaschbecken. Zutritt zu den Beständen sollten zudem allein die Tierhalter haben.

Ebenso wichtig sei ein Schutz vor Schadnagern wie Ratten und Mäuse, damit diese nicht in Ställe gelangten und das Virus so übertragen werden könne.

Meyer wies überdies auf das im LAVES eingerichtete Bürgertelefon hin: Unter der Telefonnummer 0441/57026-444 ist insbesondere für Geflügelhalter eine Info-Hotline freigeschaltet, um sie bei der Umsetzung der geltenden Vorschriften zu unterstützen. Die Experten der LAVES-Task Force Veterinärwesen sind von montags bis freitags unter dieser Telefonnummer zu erreichen.

Außerdem hat das Agrarministerium Verhaltensregeln für Kleinbetriebe mit Geflügelhaltung und Geflügelhobbyhaltungen zusammengestellt.

Meyer gegen landesweite Aufstallung

Mit Verweis auf die Risikoeinschätzung des FLI wies Agrarminister Christian Meyer die Forderung der Opposition nach einer landesweiten Aufstallung zurück. Meyer: "Auch das nationale Referenzlabor empfiehlt eine risikobasierte Aufstallung, also zum Beispiel bei hoher Geflügeldichte und in avifaunistisch bedeutsamen Gebieten. Genau das haben wir in Niedersachsen gemacht, genau nach dem Prinzip haben die Landkreise sehr verantwortlich gehandelt."

Das gelte auch für den Landkreis Cloppenburg, der längst eine kreisweite Aufstallung angeordnet habe. Meyer: "Hinzu kommt, dass es sich hier um einen Betrieb handelt, dessen Tiere im Stall und also gar nicht im Freiland gehalten worden sind."

Mit Material von ML Niedersachsen
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