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Großbritannien

Vogelgrippe und Ukraine-Krieg: In Großbritannien werden Eier knapp

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am Freitag, 25.11.2022 - 12:06 (Jetzt kommentieren)

Großbritannien gehen wegen der Vogelgrippe und der steigenden Produktionskosten die Eier aus. Supermärkte rationieren den Verkauf.

Einige britische Supermärkte haben damit begonnen, den Kauf von Eiern bei ihren Kunden zu rationieren. Laut Nachrichtenagentur Reuters sei zuvor die Versorgung aufgrund der Vogelgrippe unterbrochen gewesen. So erlaubt der Einzelhandelsriese Tesco nur noch drei Packungen Eier pro Kunde, zuvor hatten bereits Asda und Lidl ähnliche Beschränkungen erlassen.

Großbritannien steht derzeit vor dem größten Ausbruch der Vogelgrippe aller Zeiten. Auf den Geflügelbetrieben eskalieren die Fallzahl, was sich auch auf die Eierversorgung des Landes auswirkt. Zudem wächst die Sorge, dass zu Weihnachten ein Mangel an Truthähnen droht.

Lieferketten durch Vogelgrippe massiv gestört

„Während die Vogelgrippe die Lieferketten bei einigen Eiersortimenten unterbrochen hat, arbeiten wir mit Hochdruck daran, die Auswirkungen für die Kunden so gering wie möglich zu halten“, sagt Andrew Opie, Direktor für Lebensmittel und Nachhaltigkeit beim British Retail Consortium, das britische Supermärkte vertritt.

Ein Sprecher der Supermarktkette Sainsbury‘s teilte mit, dass einige Geschäfte vorübergehende Beschränkungen für die Anzahl der Packungen je Kunde eingeführt haben, um die Verfügbarkeit für alle Kunden sicherzustellen. Die Sainsbury‘s-Gruppe habe aber keine generellen Kaufbeschränkungen eingeführt, müsse allerdings vorübergehend Eier aus Italien beziehen, um das Angebot aufrecht zu erhalten.

Ukraine-Krieg: Landwirte verlieren Geld aufgrund gestiegener Kosten

Neben der Vogelgrippe wirkt sich auch der russische Angriffskrieg auf die Ukraine stark auf die Eierproduktion aus. Die British Free Range Egg Producers Association (BREPA) teilte mit, dass die gestiegenen Kosten seit Kriegsbeginn ein weiterer wichtiger Faktor für das zurückgegangene Angebot sind.

„Landwirte verlieren im Grunde genommen Geld, weil der Preis, der im Supermarkt gezahlt wird, nicht in der Lieferkette an die Landwirte weitergegeben wird“, sagte ein BFREPA-Sprecher. Laut BREPA sei das ein weiterer Grund, warum der Geflügelbestand in diesem Jahr um um 743.350 Legehennen zurückgegangen ist.

„Es ist sehr schwer vorherzusagen, aber wir können sicher sehen, dass Knappheit bis nach Weihnachten andauern wird“, sagte ein BFREPA-Sprecher und fügte hinzu, dass ein Drittel seiner Mitglieder die Produktion gedrosselt oder die Branche verlassen habe, weil sie ihre Kosten nicht decken könnten.

Mit Material von reuters.com; theguardian.com

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