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Geflügel

Vorübergehende Engpässe am deutschen Eiermarkt

von , am
28.08.2009

Bonn - In der Umstellungsphase von klassischer Käfighaltung auf alternative Hennenhaltungssysteme kommt es in Deutschland vorübergehend zu einer Verknappung des Angebots von Eiern aus Boden-, Freiland- und Biohaltung.

© agrarfoto

Dies wirkt sich nach einer Marktanalyse der EMA (Europäische Marketing Agentur GmbH) in erster Linie auf den Markt für Eiprodukte aus alternativer Hennenhaltung aus.

In Deutschland ist die klassische Käfighaltung von Legehennen seit dem ersten Januar 2009 verboten. Ende 2009 laufen die letzten Ausnahmegenehmigungen für diese Form der Käfighaltung aus.

Bis Jahresende müssen alle herkömmlichen Käfiganlagen auf alternative Systeme umgerüstet sein. Auch der Lebensmitteleinzelhandel hat bereits nach und nach Eier aus Käfighaltung ausgelistet. Deshalb ist die Nachfrage nach Eiern aus alternativer Haltung (Boden-, Freiland- und Biohaltung) enorm gestiegen. So legten Eier aus Bodenhaltung im ersten Halbjahr 2009 gegenüber 2008 um fast 40 Prozent zu.

Umstellung ist bereits in vollem Gange 

Da während der Durchführung der Umbaumaßnahmen keine Hennen gehalten werden können, kann es teilweise zu Angebotsengpässen bei Eiern aus alternativer Hennenhaltung kommen. Die Auswirkungen betreffen in erster Linie die Eier verarbeitende Industrie. Denn die Nachfrage nach Eiern aus alternativer Hennenhaltung für industrielle Eiprodukte kann derzeit nicht gedeckt werden. "Im Bereich Ei-Produkte ist mit einer Entspannung in absehbarer Zeit nicht zu rechnen, da dem Verkauf von Konsumeiern zunächst Vorrang eingeräumt wird", so Uta Schmidt von der EMA.

Deutsche Eierproduktion rückläufig

Laut Statistischem Bundesamt wurden bereits im Mai 10,5 Prozent weniger Eier produziert als im Vorjahr. Die Tendenz ist anhaltend rückläufig, da auch die Hennenbestände im gleichen Umfang schrumpften. Zur Versorgung des deutschen Marktes müssen immer mehr Eier aus benachbarten EU-Ländern eingeführt werden. Bis Mai stiegen die Importe bereits um fast 30 Prozent, während die Exporte im gleichen Zeitraum um 13 Prozent zurückgingen. Insbesondere aus den Niederlanden, dem Hauptlieferant für den deutschen Markt, wurden mehr Eier bezogen. Von dort stammen inzwischen rund 40 Prozent der in Deutschland vermarkteten Eier aus Bodenhaltung.

Angespannte Situation hält an

Die EMA geht davon aus, dass die derzeitige angespannte Situation am deutschen Eiermarkt noch bis zum Jahresende anhält und sich wieder entspannt, sobald die Umstellung abgeschlossen ist. "Bereits jetzt kommen nach Angaben Marktbeteiligter größere Mengen an Eiern der Klasse S auf den Markt, die von Jungehennen aus alternativer Haltung stammen. Dies lässt darauf schließen, dass die Umrüstungen in vollem Umfang stattfinden", sagt Uta Schmidt. (pd)

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