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Initiative Tierwohl

Warteliste: Hunderte Betriebe sollen 2016 nachrücken

Krenn
am
15.01.2016

Demnächst dürften bis zu 300 Betriebe von der Warteliste nachrücken. Die Initiative Tierwohl ist optimistisch, dass im Laufe des Jahres weitere folgen. Zwei große Einzahler stehen kurz vor dem Vertragsabschluss.

Noch immer stehen rund 2.000 Betriebe auf der Warteliste der Initiative Tierwohl. Nachdem etwa 6 Prozent der zugelassenen Betriebe das Audit nicht bestanden haben, werden nun Plätze für Wartebetriebe frei. Zudem konnte die Initiative letzten Herbst einen weiteren Partner, die WASGAU Produktions & Handels AG, dazu gewinnen. „Wir gehen davon aus, dass bis zu 300 Betriebe nachrücken können, erklärte Silke Döring gegenüber agrarheute. Die Teilnahme-Bescheide sollen im ersten Quartal des Jahres verschickt werden.

Weitere Einzahler kommen in 2016

Derzeit sei die Initiative mit weiteren Handelsunternehmen hinsichtlich einer Teilnahme im Gespräch. Bei zwei Einzelhandelsunternehmen stehe der Vertragsabschluss vermutlich kurz bevor, so Döring. Außerdem hätten zwei Vertreter der System-Gastronomie Interesse bekundet. Allerdings seien die Verhandlungen hier schwieriger, da das Geschäftsfeld andere Rahmenbedingungen als der Lebensmittelhandel mit sich bringe. Hier seien entsprechende Anpassungen nötig.

"Finanzierung ist gesichert"

"Die Finanzierung der bereits zugelassenen Betriebe ist gesichert." Das bestätigt Döring erneut. Alle bereits zugelassenen Betriebe bekommen ihr Geld. Kurzzeitig machte sich das Gerücht breit, das Budget der Initiative würde nicht ausreichen. Bereits im Startjahr führte der Handel so rund 85 Millionen Euro an die Initiative Tierwohl ab.

79 % der Verbraucher zahlen gern 4 Cent mehr

Laut dem Ergebnis einer aktuellen Umfrage erklärten sich 79 % der Befragten bereit, für mehr Tierwohl gerne 4 Cent mehr für Fleisch zu zahlen. Das ergab eine Umfrage der Marketingberatung Zühlsdorf + Partner GbR unter 1.024 Bürgern, die gestern auf der Grünen Woche präsentiert wurde. Allerdings gaben 24 % der Befragten an, sich darüber zu ärgern, dass sie nicht gefragt wurden, ob sie mehr zahlen möchten.

Fortsetzung der Initiative bis 2021

Die Teilnehmer aus Lebensmitteleinzelhandel, Fleischwirtschaft und Landwirtschaft haben sich für eine Fortsetzung der Zusammenarbeit im Rahmen der Initiative Tierwohl bis 2021 und darüber hinaus ausgesprochen. Ein Modell zur weiteren inhaltlichen und finanziellen Ausgestaltung wird derzeit erarbeitet. Dieses Modell beinhaltet unter anderem die zentrale Erfassung und Auswertung der Schlachtbefunddaten, die Weiterentwicklung der Anforderungen und die schrittweise Zulassung weiterer interessierter Tierhalter.

 

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