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Tierseuche

West-Nil-Virus: Impfung von Pferden in betroffenen Regionen empfohlen

Pferd und Fliegen
am Mittwoch, 10.04.2019 - 12:29

Das West-Nil-Virus verbreitet sich in Deutschland. Experten empfehlen daher Pferde in betroffenen Regionen impfen zu lassen.

Nach dem milden Winter in Deutschland rechnen Wissenschaftler in diesem Jahr mit der weiteren Verbreitung des West-Nil-Virus (WNV). Der Erreger, der auch für den Menschen gefährlich sein kann, wird von Stechmücken übertragen. „Die Wahrscheinlichkeit, dass das Virus in diesem Winter in Stechmücken überlebt hat, ist sehr groß“, sagt Virologin Ute Ziegler vom Friedrich-Loeffler-Institut (FLI), dem Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit, auf der Insel Riems bei Greifswald gegenüber der Deutschen Presse-Agentur. 

Aufgrund der Verbreitung hat die Ständige Impfkommission Veterinärmedizin (StIKo Vet) eine Stellungnahme zur Impfung von Pferden gegen WNV erarbeitet. Darin empfiehlt sie, Pferde in bereits betroffenen Gebieten zu impfen. Dabei sollte die Grundimmunisierung vor Beginn der nächsten Mückensaison abgeschlossen sein. Mittelfristig sei auch abhängig vom weiteren Seuchengeschehen – eine flächendeckende Impfung von Pferden im gesamten Bundesgebiet anzustreben.

Eine WNV-Infektion verläuft bei Pferden häufig symptomlos, zum Teil treten fiebrige Allgemeinerkrankungen auf. Bei etwa acht Prozent der infizierten Pferde kommt es aber zum Teil zu schweren neurologischen Symptomen. Dann geht die Erkrankung auch mit einer hohen Sterbewahrscheinlichkeit von 30 bis 50 Prozent einher. Überlebende Pferde können lebenslange Ausfallerscheinungen zeigen.

West-Nil-Virus in seltenen Fällen auch für Menschen gefährlich

Ende August 2018 wurde vom FLI erstmals in Deutschland eine West-Nil-Virus-Infektion bei einem Bartkauz aus der Region Halle/Saale festgestellt. Nachfolgend erfolgten weitere Nachweise bei Vögeln und es wurde der erste tödlich verlaufene Fall einer Infektion bei einem Pferd in Brandenburg nachgewiesen.

In Bayern hat sich ein Tierarzt mit hoher Wahrscheinlichkeit bei der Obduktion eines toten Vogels mit dem Virus angesteckt. Durch einen Mückenstich hat sich bisher in Deutschland allerdings kein Mensch mit dem Virus infiziert. Die Symptome beim Menschen ähneln anfangs einer Grippe, später besteht in manchen Fällen die Gefahr einer Gehirnhautentzündung.

Die WNV-Infektion bei einem Vogel oder Pferd ist seit Ende 2009 eine anzeigepflichtige Tierseuche.

Mit Material von dpa/ www.bft-online.de
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