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Tierseuche

West-Nil-Virus: Das sind die neuen Fälle

Mücke vorm Sonnenaufgang
am
02.09.2019
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Seit Anfang Juli bestätigte das Nationale Referenzlabor für Infektionen des Friedrich-Loeffler-Instituts insgesamt 13 neue Fälle des West-Nil-Virus. Davon betroffen sind 12 Vogelarten und ein Pony.

Das Nationale Referenzlabor für Infektionen des FLI bestätigte seit Anfang Juli bisher 13 Fälle des West-Nil-Virus (WNV), davon 12 bei verschiedenen Vogelarten und 1 Fall bei einem Reitpony. Die diesjährigen Fälle traten bereits im letzten Jahr in den betroffenen Bundesländern Sachsen, Sachsen-Anhalt und Berlin auf.

Nach Angaben des FLI  ist davon auszugehen, dass das WNV erfolgreich in einheimischen Stechmücken überwintert hat und noch weitere Fälle hinzukommen. Wie schon im letzten Jahr, trat in den Wochen vor dem ersten WNV-Fall das engverwandte Usutu-Virus verstärkt bei Wildvögeln auf und führte in manchen Regionen zu gehäuften Todesfällen, insbesondere bei Amseln, aber auch bei Eulenvögeln in Volierenhaltungen.

Vor einem Jahr, am 28. August 2018, wurde in Deutschland erstmalig eine Infektion mit dem West-Nil-Virus bei einem Bartkauz aus Halle an der Saale festgestellt, zum Jahresende beliefen sich die amtlichen festgestellten Infektionen bis zum Jahresende auf 12 Vögel und 2 Pferde.

West-Nil-Virus durch Mücken übertragen

Blutsaugende Stechmücken übertragen das WNV. Die wichtigsten Wirte sind Vögel. In selteneren Fällen kann auch eine Übertragung auf Pferde und den Menschen stattfinden.

Infektionen mit WNV gehören zu den anzeigepflichtigen Tierseuchen. Es gibt derzeit keine nationale Bekämpfungsverordnung, daher sollte sich das tierseuchenrechtliche Vorgehen auf das Tiergesundheitsgesetz stützen. Die Ständige Impfkommission Veterinärmedizin (STIKo Vet) empfiehlt in ihrer Stellungnahme vom Oktober 2018, in betroffenen Gebieten Pferde gegen WNV zu impfen, insbesondere zu Beginn der Mückensaison, wie agrarheute bereits berichtete.

West-Nil-Virus: Die Symptome

Bei Vögeln bleibt eine Infektion mit WNV in den meisten Fällen symptomlos. Jedoch sind Vogelarten wie Sperlingsvögel, insbesondere Rabenvögel, aber auch Greifvögel- und Eulenarten hoch empfänglich für eine Infektion. Es kann zu massiven Krankheitsausbrüchen mit Todesfällen kommen. Auch Wirtschaftsgelügel kann eine Infektion tödlich enden.

Als Fehlwirte können Pferde und Menschen dienen. Von Ihnen geht keine Infektionsgefahr aus. In der Regel verläuft eine WNV-Infektion bei Pferden häufig symptomlos, zum Teil treten fiebrige Allgemeinerkrankungen auf. Bei etwa acht Prozent der infizierten Pferde kommt es aber zum Teil zu schweren neurologischen Symptomen. Dann geht die Erkrankung auch mit einer hohen Sterbewahrscheinlichkeit von 30 bis 50 Prozent einher. Überlebende Pferde können lebenslange Ausfallerscheinungen zeigen.

Die Infektion beim Menschen verläuft bei 80 Prozent der Infizierten ohne Symptomatik. Nur etwa 20 Prozent der Infizierten zeigen leichte Krankheitssymptome, wie Fieber und grippeähnliche Erscheinungen.

West-Nil-Virus: Was kann man bei einer Infektion tun?

Da es sich um eine anzeigepflichtige Tierseuche handelt, muss bei Verdacht umgehend der Amtstierarzt gerufen werden.

Für Pferde stehen verschiedene Impfstoffe zur Verfügung. Für Pferde aus Gebieten, in denen West-Nil-Virus-Infektionen nachgewiesen worden sind und für Pferde, die in betroffene Gebiete reisen, ist die Anwendung von Mitteln, die Insekten vom Pferd fernhalten (Repellentien) empfehlenswert. Zudem sollte auf Weiden und Paddocks kein Wasser stehen, um  eine Vermehrung infizierter Stechmücken zu verhindern. Für Pferde, die in betroffene Gebiete reisen wird die Impfung gegen WNV empfohlen.

Mit Material von Friedrich-Loeffler-Institut, Tierseucheninfo Niedersachsen

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