Das ist ein Artikel vom Top-Thema:

Tierseuche

West-Nil-Virus: Das sollten Pferdehalter über die Tierseuche wissen

Mücken und Fliegen können beim Pferd echte Plagegeister seien
am Mittwoch, 11.05.2022 - 11:40 (Jetzt kommentieren)

Das West-Nil-Virus ist eine anzeigepflichtige Tierseuche und breitet sich in Deutschland weiter aus. In seltenen Fällen kann das Virus durch eine infizierte Stechmücke auf Pferde oder Menschen übertragen werden.

Das West-Nil-Virus wird über blutsaugende Stechmücken übertragen. Die wichtigsten Wirte sind Vögel. In selteneren Fällen kann auch eine Übertragung auf Pferde und den Menschen stattfinden.

2018 wurde in Deutschland erstmalig eine Infektion mit dem West-Nil-Virus bei einem Wildvogel festgestellt. Neben Bayern sind derzeit Sachsen und Sachsen-Anhalt, Thüringen und Brandenburg betroffen.

West-Nil-Virus: Das sind die Symptome beim Pferd

Als Fehlwirte können Pferde und Menschen dienen. Von Ihnen geht keine Infektionsgefahr aus. In der Regel verläuft eine Infektion mit dem West-Nil-Virus bei Pferden häufig symptomlos, zum Teil treten fiebrige Allgemeinerkrankungen auf. Mögliche klinisch auffällige zentralnervöse Störungen sind Stolpern, Nachhandlähmungen, Ataxien, allgemeine Schwäche, Muskelzittern (Tremor) und Lähmungen bis zum Festliegen der Tiere.
Bei etwa acht Prozent der infizierten Pferde kommt es aber zum Teil zu schweren neurologischen Symptomen. Dann geht die Erkrankung auch mit einer hohen Sterbewahrscheinlichkeit von 30 bis 50 Prozent einher. Überlebende Pferde können lebenslange Ausfallerscheinungen zeigen.

Die Infektion beim Menschen verläuft bei 80 Prozent der Infizierten ohne Symptomatik. Nur etwa 20 Prozent der Infizierten zeigen leichte Krankheitssymptome, wie Fieber und grippeähnliche Erscheinungen.

West-Nil-Virus: Das können Pferdehalter zum Schutz tun

Da es sich um eine anzeigepflichtige Tierseuche handelt, muss bei einem Verdachtsfall auf das West-Nil-Virus umgehend der Amtstierarzt gerufen werden. Zudem empfiehlt die Tierseucheninfo des Landes Niedersachsens auf Mückenprophylaxe und Impfung zu setzen.

Mückenprophylaxe:

  • Reduzierung der Mückenpopulation (stehende Gewässer vermeiden/ abdecken/ behandeln)
  • kein Weidegang zur Dämmerung und Nacht (höchste Mückenaktivität)
  • Fliegendecke
  • Mückenschutzmittel 

Impfung, StIKo Vet empfiehlt: 

  • Pferde in den betroffenen Gebieten und den angrenzenden Regionen zu impfen und sofern Pferde in diese Regionen verbracht werden
  • bestenfalls im Frühjahr 4-6 Wochen vor Beginn der Mückensaison
  • jährliche Wiederholungsimpfung
  • betroffene Pferde nach überstandener Infektion im darauffolgenden Frühjahr impfen

Muss bei Verdacht auf eine Infektion mit dem West-Nil-Virus das Pferd isoliert werden?

Von einem infizierten Pferd geht keine Infektionsgefahr aus. Eine Absonderung des erkrankten Pferdes ist nach Aussage der Tierseucheninfo somit hinsichtlich einer Ansteckung anderer Pferde nicht erforderlich. Bei ausgeprägten neurologischen Symptomen, sollte das Pferd in einer ruhigen und reizarmen Umgebung untergebracht werden. Zudem verhindert eine Absonderung des Pferdes die Verletzungsgefahr für andere Tiere und Menschen durch unkontrollierte Bewegungsabläufe.

Mit Material von FLI, Tierseucheninfo Niedersachsen

Kommentare

agrarheute.comKommentare werden geladen. Bitte kurz warten...