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Geflügel

Wiesenvögel profitieren von Vertragsnaturschutz

von , am
19.08.2009

Kiel - Freiwilliger Vertragsnaturschutz und Vernässungsmaßnahmen wirken sich positiv auf den Wiesenvogelschutz der Halbinsel Eiderstedt aus. Darauf wies Umweltminister Christian von Boetticher hin.

Schleswig-Holsteins Umweltminister Christian von Boetticher hat darauf hingewiesen, dass der freiwillige Vertragsnaturschutz und Vernässungsmaßnahmen sich positiv auf den Wiesenvogelschutz auf der Halbinsel Eiderstedt auswirken: "Die Kombination einer extensiveren Grünlandnutzung mit zum Beispiel Grabenanstaumaßnahmen, Grabenverbreiterungen und zusätzlichen Kleingewässern führt zu Erfolgen beim Erhalt der Wiesenvogelbestände. In einem der Kerngebiete der Wiesenvogelvorkommen nordwestlich von Garding hat eine gezielte Revier- und Brutbestandserfassung ergeben, dass dieses Gebiet mit 7,5 Revierpaaren pro zehn Hektar weit über dem Wert vergleichbarer Gebiete liegt und damit gut als Brutrevier angenommen wird", erläuterte von Boetticher. Vor allem so genannte Wiesenlimikolen wie Kiebitz, Uferschnepfe, Rotschenkel und Austernfischer seien dort vertreten.

Kiebitze bevorzugen niedrig gelegene Flächen

Es zeige sich, so der Umweltminister, dass besonders niedrig gelegene Flächen mit lang anhaltend feuchten Grüppen vor allem Kiebitzen zugute kommen, die dort kolonieartig brüten können. Hinzu komme das Mosaik aus kurzbegrästen Extensiv-Weiden und Mähflächen mit spätem Mahdtermin, von denen vor allem Uferschnepfen und Rotschenkeln profitierten. Christian von Boetticher zeigte sich zufrieden, dass das Instrument des Vertragsnaturschutzes nachweislich erfolgreich arbeite: "Mit dem Vertragsnaturschutz bieten wir auf freiwilliger Basis einen Brückenschlag zwischen Landwirtschaft und Naturschutz an", sagte er.

Halbinsel Eiderstedt: über 35 % des Dauergrünlands im Vertragsnaturschutz

Die Halbinsel Eiderstedt sei dabei einer der räumlichen Schwerpunkte des Vertragsnaturschutzes in Schleswig-Holstein. Mit ca. 5.300 Hektar Grünland befänden sich über 35 Prozent des Eiderstedter Dauergrünlands im Vertragsnaturschutz. "Besonders freue ich mich, dass mehr als ein Drittel aller Landwirte in Eiderstedt, darunter auch eine Reihe von Milchbauern, diesen Weg des konsensualen Naturschutzes mitgehen", so von Boetticher. Viele Vertragsnaturschutzangebote ließen sich dabei in die Betriebsabläufe der grünlandreicheren Betriebe integrieren; Biotopmaßnahmen zur kontrollierten Wasserstandsanhebung führten auch zu einer ökologischen Aufwertung der Flächen.

Minister wünscht große, zusammenhängende Feuchtgrünlandflächen

"Die Wiesenbrüter bevorzugen ein stocherfähiges Gelände, das übersichtlich bleibt und genügend Nahrungsquellen aufweist, um das Brutgeschäft erfolgreich abwickeln zu können", so der Minister. Hierzu gehörten nicht nur weitere Maßnahmen wie das Verschließen von Grüppenausläufen oder die Räumung verlandeter Tränkekuhlen, sondern auch die Entfernung von Gehölzen, die als Ansitzwarten zum Beispiel für Mäusebussard und Rabenkrähe dienten. "Diese Zwischenergebnisse der Brutvogeluntersuchungen machen deutlich, dass große zusammenhängende Bereiche an Feuchtgrünland zu schaffen und zu erhalten sind, um den Bestand der Wiesenvögel zu sichern. Notwendige weitere Maßnahmen zur Optimierung der Wasserstände werden im Arbeitskreis zur Managementplanung erarbeitet werden", so das Resümee des Umweltministers. (pd)

 

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