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Geflügelpest

Wissenschaftler warnen vor Vogelgrippe-Epidemie

Warnschild Vogelgrippe
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Katharina Krenn, agrarheute
am
25.11.2016

Die Vogelgrippe hält landesweit Geflügelhalter in Atem. Wissenschaftler warnen in ihrer Risikoanalyse vor einem hohen Eintragsrisiko des Virus in Nutztierbestände.

Aufgrund der aktuellen Verbreitung des Vogelgrippe-Virus bei Wildvögeln in Europa und Deutschland sei von einem hohen Eintragsrisiko in Nutzgeflügelbestände durch Kontakte zwischen Wildvögeln und Nutzgeflügel auszugehen, insbesondere bei Haltungen in der Nähe von Wasservogelrast- und Wildvogelsammelplätzen, einschließlich Ackerflächen, auf denen sich Wildvögel sammeln, so die aktuelle Einschätzung der Experten des Friedrich-Löffler-Instituts (FLI).

Die Übertragung erfolgte in Deutschland bisher überwiegend über Wasservögel. In vielen Bundesländern gilt mittlerweile Stallpflicht.

Vogelgrippe: Schnelle räumliche Ausbreitung

Tabelle Vogelgrippe-Fälle

Die räumliche Ausbreitung der Infektion erfolgt derzeit mit großer Dynamik. Täglich kommen aus verschiedenen Teilen Europas weitere Funde hinzu. Nachdem anfänglich nur der äußerste Norden und Süden Deutschlands betroffen war, mehren sich nun auch Funde in den übrigen Gebieten Deutschlands. Verlässliche Aussagen zur Virulenz des derzeit grassierenden Erregers seien auf Grund der genetischen Variabilität noch nicht sicher möglich.

Vorsorge gegen die Vogelgrippe

Deutschlandkarte Vogelgrippe-Fälle

Die größte Gefahr bieten laut Wissenschaftler die symptomlos infizierten Vögel und solche, die sich in der Inkubationszeit befinden. Viele Wasservogelarten (z.B. Gänse, einige Entenarten) halten sich tagsüber auf Ackerflächen auf. Sie können das Virus mit dem Kot ausscheiden und die Landflächen kontaminieren. Darüber hinaus können tote Wildvögel von Prädatoren geöffnet und Körperteile wie Innereien, die hohe Viruslasten tragen, verschleppt werden, so dass mit einer beträchtlichen Umweltkontamination gerechnet werden müsse.

Personen, die kontaminierte Flächen betreten, und Fahrzeuge, die sie befahren, können das Virus weiterverbreiten. Daher sollten bei Flächen in Risikogebieten Desinfektionsmaßnahmen von Schuhwerk und Fahrzeugen vorgenommen werden.

Empfehlungen des FLI für den Schutz vor der Vogelgrippe

  • Strenge Biosicherheitsmaßnahmen einschließlich Schuh- und Kleidungswechsel
  • Desinfektionsmaßnahmen von Schuhwerk und Maschinen
  • Risikobasierte Einschränkung der Freilandhaltung (Aufstallung) von Geflügel
  • Keine Kontaktmöglichkeit von Geflügel in Freilandhaltungen mit natürlichen Gewässern
  • Meldung verendeter oder kranker Wildvögel an die zuständige Veterinärbehörde
  • Verstärkte Untersuchung von Geflügelhaltungen; bei Hühnervögeln vermehrt klinische Untersuchung
  • Kein Kontakt von Jägern, die mit Federwild in Berührung gekommen sind, zu Geflügel, ggf. Jagdverbot auf Federwild
  • Vermeidung des direkten Kontakts von Personen und Haustieren zu toten oder kranken Wildvögeln
  • Überprüfung der Durchführbarkeit der in den Krisenplänen für den Seuchenfall vorgesehenen Maßnahmen
Mit Material von FLI
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