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Wolfsmanagement

Wolf: Abschüsse in Bayern künftig erlaubt

Wolfsrudel
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Amelie Grabmeier, agrarheute
am
11.03.2019

Künftig sollen Wölfe in Ausnahmefällen zum Schutz von Weidetieren abgeschossen werden dürfen. Das sieht der „Aktionsplan Wolf“ vor, den die bayerische Staatsregierung kürzlich veröffentlichte.

Wie geht man richtig mit dem Wolf um? Eine für alle Seiten zufriedenstellende Lösung gibt es bisher nicht. Zu weit liegen die Interessen von Naturschützern und Weideviehhaltern auseinander. Die Bayerische Staatsregierung bietet nun einen Kompromiss an: Den „Aktionsplan Wolf“. Bayerns Umweltminister Thorsten Glauber stellte den Maßnahmeplan am Montag (11. März 2019) vor.

Mit dem Aktionsplan Wolf sollen der strenge Artenschutz beim Wolf und die Belange der Weidewirtschaft in Bayern vereinbar gestaltet werden, heißt es in einer Pressemitteilung. „Die Weidetierhaltung in Bayern braucht eine klare Zukunftsperspektive“, sagte Thorsten Glauber. „Sie ist für den Erhalt der Kulturlandschaft unverzichtbar.“

Aktionsplan setzt auf vorbeugende Maßnahmen

Der „Aktionsplan Wolf“ ist auf der Seite des Bayerischen Landesamts für Umwelt online. Es geht darin viel um vorbeugende Maßnahmen, um Weidetiere vor dem Wolf zu schützen. Zum Beispiel mit Hilfe von Herdenschutzzäunen. Der Herdenschutz müsse dabei praktikabel und zumutbar sein, so Glauber.

Im Alpengebiet könne man jedoch davon ausgehen, dass der Herdenschutz teilweise nicht möglich ist – etwa wegen felsigem Untergrund. Eine Weideschutzkommission soll deshalb Weidegebiete im alpinen Bereich untersuchen und bewerten. Kommt sie zu dem Schluss, dass Herdenschutzmaßnahmen nicht möglich sind, ist die Entnahme eines Wolfs möglich.

Naturschützer kritisieren „Aktionsplan Wolf“

Bei Naturschützern ist der Vorstoß der bayerischen Staatsregierung nicht gut angekommen. Peter Blanché von der "Gesellschaft zum Schutz der Wölfe" sagte gegenüber der Süddeutschen Zeitung: „Wir werden den Aktionsplan auf keinen Fall akzeptieren.“

Mögliche Schäden durch Wölfe sollen auch in Zukunft vollumfänglich ausgeglichen werden, heißt es weiter im Aktionsplan. Zudem kündigte die bayerische Staatsregierung ein Förderprogramm für präventive Herdenschutzmaßnahmen an.

Mit Material von Bayerisches Landesamt für Umwelt, sueddeutsche.de

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