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Wolfsmanagement

Wolf ins Jagdrecht? Unklarheit über Wolfspopulation

Karte Norddeutschland Verbreitung des Wolfs
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Katharina Krenn, agrarheute
am
20.04.2018

Experten und Politiker sind sich uneins, wie viele Wölfe es in Deutschland tatsächlich gibt und ob dieser ins Jagdrecht aufgenommen werden soll.

Soll der Wolf in Deutschland wieder bejagt werden und würde dies die Situation von Weidetierhaltern verbessern? In diesen Fragen sind sich Experten und Politiker extrem uneins. Dies wurde deutlich in einer öffentlichen Anhörung des Ausschusses für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit am Mittwoch, 18. April 2018. So besteht bereits Unklarheit über die Zahl der in Deutschland lebenden Wölfe.

Unklarheit über Wolfspopulation

Der Experte, Werner Gerhards vom Verein Sicherheit und Artenschutz betonte, man werde über die Zahl der Wölfe in Deutschland „amtlich falsch informiert“ – die Angaben reichten von 150 bis rund 700 Tiere. Man müsse aber von etwa 1.050 Exemplaren ausgehen. Das Wolfsmanagement gehöre ihm zufolge „sofort“ in das Bundesjagdgesetz.

Dagegen meint Prof. Dr. Wolfgang Köck vom Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung gebe es in Deutschland nur 150 erwachsene Wölfe. Eine Bejagung sei erst bei einer Minimumpopulation von 1.000 erwachsenen Tieren nötig.

Nach einer Schätzung des Deutschen Bauernverbandes gibt es Anfang 2018 über 1.000 freilebende Wölfe in Deutschland. Die Zahlen basieren auf der Grundlage der offiziellen Wolfsstatistik des DBBW/BfN für das Jahr 2016 und einer Hochrechnung für das Jahr 2017 auf Basis von Angaben über die Anzahl von Wölfen pro Rudel des NABU.

Diskussion über Wolf und Jagdrecht

Helmut Damman-Tamke wies für den Deutschen Jagdverband darauf hin, dass die Zahl der Wölfe in Deutschland „exponenziell“ wachse; die Politik habe diese „Dynamik“ aber „nicht erkannt“. Angesichts des guten Zustands der Art sei er nicht gegen „eine Überführung des Wolfes in das Jagdrecht“. Dies würde keine automatische Bejagung bedeuten, es gäbe auch die Möglichkeit einer ganzjährigen Schonzeit.

Ilka Reinhardt vom LUPUS Institut für Wolfsmonitoring und -forschung in Deutschland plädierte dafür, von Ländern wie Polen, Italien und Spanien zu lernen, in „denen der Wolf nie weg war“. Dort funktioniere der Herdenschutz; bei diesem Thema gebe es in Deutschland „Nachholbedarf“. Das Schießen der Tiere nütze nichts; sie dürften gar nicht erst lernen, „dass Schafe lecker sind“. Mit einer Bejagung wäre den Schafhaltern nicht geholfen; diese würde die Konflikte nicht minimieren. Schon jetzt sei eine Entnahme einzelner Tiere möglich.

Laut Werner Gerhards gehöre der Wolf „sofort“ in das Bundesjagdgesetz. Zudem brauche es, um die Schäden einschätzen zu können, die die Tiere anrichteten, eine Aktualisierung des Wolfsmonitorings. Es müsse regelmäßige „Wolfstreibjagden“ geben, bei der die Tiere „nicht totgeschossen“, sondern „erschreckt werden“ sollten.

Weidetierprämie befürwortet

Für die Arbeitsgemeinschaft Herdenschutzhunde wies Frank Hahnel darauf hin, dass Herden momentan mit Elektrozäunen und Herdenschutzhunden geschützt würden. Die Kosten dafür träfen die Schäfer, die ohnehin eine Berufsgruppe mit geringem Einkommen seien, hart. Sie würden die „Landschaft, die Sie lieben“ pflegen, würden für die Dienstleistungen und gesellschaftlichen Aufgaben aber nicht angemessen entlohnt. Hahnel sprach sich für eine Weidetierprämie aus.

Anträge der Parteien zum Wolfsmanagement

Grundlage der Sachverständigenanhörung waren verschiedene Anträge von AfD (19/594), FDP (19/584), Die Linke (19/581) und Bündnis 90/Die Grünen (19/589), die zwar alle für einen Herdenschutz plädieren, in der Frage des Jagdrechts aber unterschiedliche Positionen vertreten.

Mit Material von Deutscher Bundestag

Die Wolfsvorkommen in Deutschland im Überblick

Wolfsvorkommen-2017-2018-Deutschland
Wolfsvorkommen-2017-2018-Bayern
Wolfsvorkommen-2017-2018-Brandenburg
Wolfsvorkommen-2017-2018-Mecklenburg-Vorpommern
Wolfsvorkommen-2017-2018-Niedersachsen
Wolfsvorkommen-2017-2018-Sachsen
Wolfsvorkommen-2017-2018-Sachsen-Anhalt
Wolfsvorkommen-2017-2018-Thüringen
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