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Wolfsriss

Wolf tötet 44 Schafe

Schaf von Wolf gerissen
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Dagmar Deutsch, agrarheute
am
14.05.2018

Für die vor zwei Wochen gerissenen Schafe in Baden-Württemberg ist tatsächlich ein Wolf verantwortlich. Das Land ergreift nun Maßnahmen.

Ein einzelner Wolf ist für die 44 getöteten Schafe in Bad Wildbad in Baden-Württemberg verantwortlich. Das beweist nun eine Gen-Analyse, wie das Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg bekannt gab.

Vor zwei Wochen hatte der Wolf 32 Tiere in einer umzäunten Weide gerissen. Weitere Schafe mussten aufgrund ihrer schweren Verletzungen getötet werden, andere sprangen aus Panik in einen Bach und ertranken dabei. Der Wolf ist ein männliches Einzeltier und unter dem Kürzel GW 852 m bekannt. Es ist aus Norddeutschland nach Baden-Württemberg gekommen, wo es Ende November 2017 erstmal im Nordschwarzwald identifiziert wurde. „Wir müssen davon ausgehen, dass er hier sesshaft geworden ist“, sagt Baden-Württembergs Umweltminister Franz Untersteller.

Erhöhte Anforderungen für den Herdenschutz

60 km um die bekannten Rissstellen des Wolfs herum werde in Kürze zum ausgewiesenen Gebiet, für das erhöhte Anforderungen für den Herdenschutz gelten. Wer bei einem Wolfsangriff Entschädigungszahlungen erhalten will, muss diese fachgerecht erfüllen. Nutztierhalter haben nach der Ausweisung des Gebiets sechs Monate Zeit, um die Anforderungen zu erfüllen und zum Beispiel einen Herdenschutzzaun zu installieren.

Entschädigung für Rinder und Pferde wie gehabt

Um die Tierhalter zu unterstützen sei es wichtig, dass die Region zugleich auch zum Fördergebiet für Herdenschutzmaßnahmen werde, betont der Umweltminister. Er präzisiert, dass die Anforderungen im Übrigen nur für Schafe, Ziegen und zu Nutzzwecken gehaltenem Gehegewild gelten. Nicht für Rinder und Pferde. Hier stehe die Gefahr von Wolfsübergriffen in keinem Verhältnis zum Aufwand von Herdenschutzzäunen. Die Entschädigungszahlungen für getötete Rinder und Pferde seien demnach auch künftig nicht an erhöhte Schutzanforderungen geknüpft.

Abschuss keine Option

Den Wolf GW 852m zu töten, sei laut Minister Untersteller auch nach dem Vorfall in Bad Wildbad keine Alternative. „Erst wenn es einem Wolf gelänge, wiederholt ausreichend gesicherte Herden anzugreifen, oder wenn er für Menschen gefährlich zu werden droht, könnte die Ausnahmeregel vom Tötungsverbot im Bundesnaturschutzgesetz greifen.“

Mit Material von Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg

Die Wolfsvorkommen in Deutschland im Überblick

Wolfsvorkommen-2017-2018-Deutschland
Wolfsvorkommen-2017-2018-Bayern
Wolfsvorkommen-2017-2018-Brandenburg
Wolfsvorkommen-2017-2018-Mecklenburg-Vorpommern
Wolfsvorkommen-2017-2018-Niedersachsen
Wolfsvorkommen-2017-2018-Sachsen
Wolfsvorkommen-2017-2018-Sachsen-Anhalt
Wolfsvorkommen-2017-2018-Thüringen
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