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Wolfsmanagement

Wolfsrisse trotz Schutzzäunen

Wolf im Wald
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Jana Dahlke, agrarheute
am
07.01.2019

In Schleswig-Holstein kam es in letzter Zeit zu drei Rissen hinter wolfssicheren Schutzzäunen. Steckt dahinter dasselbe Tier? Dann könnte nämlich die Ausnahmeregelung im Naturschutzgesetz greifen, nach der ein Antrag auf Abschuss des Wolfs gestellt werden darf.

Bei insgesamt drei Rissvorfällen hinter wolfssicheren Zäunen sind zwischen dem 28. Dezember 2018 und dem vergangenen Mittwoch (2.1.) in Hemdingen und Bilsen im Kreis Pinneberg Schafe zu Schaden gekommen. Nach Angaben des Kieler Landwirtschaftsministeriums soll jetzt überprüft werden, ob es sich bei dem Verursacher um einen Wolf handelt. „Wir nehmen die Angelegenheit sehr ernst. Die drei Zäune waren vorbildlich und wolfssicher aufgebaut, so dass von Seiten der Halterinnen und Halter alles im Sinne der Wolfsprävention geleistet wurde“, betonte Schleswig-Holsteins Landwirtschaftsminister Jan Philipp Albrecht. 

Die Spuren vor Ort deuten auf Wolfsrisse hin. Aufgrund der mehrfachen Überwindung wolfssicherer Zäune könnte die Ausnahmeregelung im Naturschutzgesetz greifen, nach der ein Antrag auf Abschuss des Wolfs gestellt werden könne. Dafür wird aber ein sicherer Nachweis benötigt. Dem Minister zufolge werden die wissenschaftlichen Untersuchungsergebnisse in zwei bis drei Wochen erwartet. Wölfe, die lernen sichere Zäune zu überwinden, gelten als sogenannte Problemwölfe, bei denen trotz Artenschutz ein Antrag auf Abschuss gestellt werden kann. „Bei dem vorliegenden Verdacht ist die vorgefundene Sachlage ziemlich klar und wir stellen uns im Falle eines Wolfsnachweises auf einen solchen Antrag ein“, erklärte Albrecht.

Ausnahmeregelung für den Abschuss von Problemwölfen

Aus Sicht des Ministeriums sind Problemwölfe nicht nur für die Halter ein Problem, sondern gefährden auch das Ziel des Artenschutzes, dass durch die Koexistenz von Wolf und Mensch in der Kulturlandschaft erreicht werden soll. „Wolfssichere Zäune werden in aller Regel nicht überwunden und sind daher auch weiterhin die beste Präventionsmaßnahme gegen Wolfsrisse“, stellte Albrecht klar. Sie böten jedoch keinen 100-prozentigen Schutz, weshalb es die Ausnahmeregelung für den Abschuss von Problemwölfen gebe. Allerdings seien dafür klare Kriterien und Verfahren festgelegt worden. Sollte sich der Verdacht bestätigen, werde gehandelt und ein entsprechendes Verfahren gemeinsam mit allen Beteiligten zügig und rechtssicher durchgeführt. Bei den Rissen wurden laut Ministerium drei Mal 108 cm hohe Fexinetz-Zäune mit 8.500 Volt überwunden und insgesamt fünf Schafe verletzt, von denen vier euthanasiert werden mussten.

Mit Material von AgE
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