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Geflügel

ZDG: "Wir sind für abolute Transparenz"

von , am
01.10.2012

Berlin - Der Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft (ZDG) begrüßt die staatliche Antibiotika-Datenbank und fordert die Kennzeichnung von Industrieeiern und Eiprodukten.

Nach dem Ausbruch der gefährlichen Vogelgrippe H5N8 in Niedersachsen sind zunächst keine weiteren Fälle festgestellt worden. © Mühlhausen/landpixel
Ihre Bereitschaft zu einer umfassenden Transparenz zugunsten von Tier und Verbraucher hat die deutsche Geflügelwirtschaft in einem Berichterstattergespräch mit Mitgliedern des Bundestagsernährungsausschusses untermauert.
 
 
 
 
 
 
 
Zu zwei aktuellen Themen hat der Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft (ZDG) dabei Stellung bezogen: Die im ZDG organisierte Geflügelfleischwirtschaft begrüßt die Pläne zur Errichtung einer staatlichen Antibiotika-Datenbank; hier unterstützt die Branche die Pläne der Bundespolitik, zur Erfassung des Antibiotikaeinsatzes in der Nutztierhaltung eine staatliche Datenbank einzurichten. Und für die deutsche Eierwirtschaft fordert der ZDG eine Ausweitung der bestehenden Kennzeichnungspflicht auf Eiprodukte sowie Eier, die zur Weiterverarbeitung in der Lebensmittelindustrie bestimmt sind.

Für einen verantwortungsvollen Einsatz von Antibiotika

Die klare Position seiner Branche hat ZDG-Vizepräsident Wilhelm Hoffrogge am vergangenen Mittwoch vor führenden Agrarpolitikern sämtlicher Bundestagsfraktionen deutlich gemacht: "Wir als Tierhalter stehen für absolute Transparenz und einen verantwortungsvollen Einsatz von Antibiotika ein", betonte Hoffrogge. "Aus diesem Grund begrüßen wir ausdrücklich auch eine staatliche Datenbank zur Erfassung der Medikamentengaben."
 
Um bereits vor Etablierung eines staatlichen Systems eine belastbare Datengrundlage zu gewinnen, lässt die Geflügelfleischwirtschaft ZDG-Angaben zufolge den Antibiotikaeinsatz in ihren Betrieben seit April dieses Jahres durch ein eigens etabliertes Monitoring innerhalb des von der Wirtschaft getragenen QS-Systems erfassen.

Deutsche Standards nicht unterlaufen

Zweites zentrales Thema in dem Berichterstattergespräch war die bislang fehlende Kennzeichnung von Industrieeiern und Eiprodukten. Vor dem Hintergrund, dass mindestens zehn EU-Staaten das in Deutschland bereits vor über zweieinhalb Jahren umgesetzte Verbot konventioneller Käfige für Legehennen noch immer missachten, formulierte ZDG- Vizepräsident Hoffrogge einen deutlichen Appell der deutschen Eierwirtschaft an die Politik: "Eier aus in Deutschland nicht zugelassenen Haltungssystemen dürfen unter keinen Umständen auf die Tische deutscher Verbraucher gelangen!"
 
Daher fordere die deutsche Eierwirtschaft mit Nachdruck eine verbindliche Einzelkennzeichnung von Eiern, die zur Weiterverarbeitung in der Lebensmittelindustrie bestimmt seien, sowie von Eiprodukten. Diese Kennzeichnung soll die bereits vorgeschriebene Angabe von Herkunftsland und Haltungsform auf Schaleneiern zum direkten Verkauf an den Verbraucher ergänzen und eine umfassende Transparenz gewährleisten. Die hohen deutschen Tierschutz-Standards dürften nicht dadurch unterlaufen werden, dass Lebensmittel mit Eiern aus weniger tiergerechten Haltungsformen über Umwege wieder in Deutschland landeten, mahnte Hoffrogge und forderte die Unterstützung deutscher Politiker ein.
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