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Tierwohl

ZDG: Gesetzliche Umlage für Tierwohl nötig

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Josef Koch, agrarheute
am
18.01.2018

Pünktlich zur Grünen Woche fordert der Zentralverband der Geflügelwirtschaft eine staatliche Abgabe für Tierwohl, ähnlich wie die EEG-Umlage für die Energiewende. Da zahlen auch alle Verbraucher für den Klimaschutz.

Hühner

Da der Tierschutz laut Grundgesetz ein Staatsziel ist, fordert der Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft (ZDG) eine gesetzliche Abgabe für Tierwohl. Die Abgabe müsse von allen Verbrauchern getragen werden, ähnlich wie die EEG-Umlage für die Energiewende, fordert der ZDG in seinem neuen Positionspapier. Darin heißt es unter anderem:

„Die vom Staatsziel im Grundgesetz ausgehende Gesamtverantwortung wird von der Gesellschaft heute weder empfunden noch gelebt.

Das muss sich ändern! Wir brauchen ein neues Verständnis dafür, dass Tierschutz unser aller Aufgabe ist. Unsere Tierhalter sind willens und in der Lage, kontinuierliche Tierschutzfortschritte in der Nutztierhaltung zu realisieren. Um dabei im globalen Wettbewerb nicht auf der Strecke zu bleiben, brauchen sie dafür aber die Bereitschaft unserer Gesellschaft insgesamt, die Tierhalter in der gemeinschaftlichen Verantwortung für das wichtige Staatsziel Tierwohl zu unterstützen."
 

Bei EEG-Umlage zahlen auch alle für Klimaschutz

Für den ZDG ist es daher klar: "Wenn Politiker den Tierhaltern ordnungsrechtliche Auflagen erteilen, müssen sie den Rest der Gesellschaft an deren Realisierung beteiligen, konkret an der Finanzierung für erforderliche Mehraufwendungen.“

Bei der EEG-Abgabe für den Klimaschutz sei das inzwischen gesetzlich erzwungene Selbstverständlichkeit. Bei Lebensmitteln klafften Umfragewerte und reales Kaufverhalten nach wie vor weit auseinander, moniert der Verband.

Planungssicherheit nötig

Weiterhin fordert der Verband, endlich einen inhaltlichen und zeitlichen Plan zu erarbeiten, der von der Breite der Gesellschaft getragen wird, um das Staatsziel Tierschutz zu verwirklichen. Für Tierhalter und die Wertschöpfungskette ist es laut ZDG enorm wichtig, für nachhaltigen und praktikablen Tierschutz eine Planungssicherheit von zum Beispiel 15 Jahren zu schaffen.

„Deswegen braucht die Nationale Nutztierstrategie ab sofort eine klare Organisationsstruktur mit definierten Zeitabläufen und verbindlicher Geschäftsordnung“, heißt es im Positionspapier.

ITW bringt große Breitenwirkung

Bei der bisherigen privatwirtschaftlich organisierten Initiative Tierwohl (ITW) zahlt der Lebensmittelhandel in einen Fonds ein, aus dem die Tierhalter ihre Mehrkosten für beispielsweise geringere Besatzdichte und mehr Beschäftigungsmaterial zum Teil erstattet bekommen.

Dabei profitieren in der neu begonnenen Programmphase 2018 bis 2020 rund 23 Prozent der Mastschweine, über 60 Prozent der Puten und knapp 70 Prozent der Hähnchen von den erhöhten Tierwohl-Anforderungen. 2018 umfasst das ITW-System damit im Zuge der Einführung der partiellen Nämlichkeit 492 Millionen Hähnchen und Puten.

"Die ITW entfaltet damit eine große Tierschutz-Breitenwirkung in deutschen Ställen", stellt der Verband fest.

Mit Material von ZDG

ZDG-Positionspapier Tierschutz

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