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Geflügel

Jedes zweite Ei stammt mittlerweile aus dem Ausland

von , am
26.04.2011

Wiesbaden - Deutsche Unternehmen importierten im vergangenen Kalenderjahr insgesamt 8,1 Milliarden Eier im Wert von 591 Millionen Euro.

Liegt's am milden Wetter? Das Absatzvolumen bei Eiern geht teils über die für die Jahreszeit üblichen Mengen hinaus. © tommyS/pixelio
Gegenüber 2009 sei die Zahl der Eier aus dem Ausland um 600 Millionen Stück oder 7,9 Prozent gestiegen. Im Vergleich zum Jahr 2000 seien sogar fast 86 Prozent mehr Eier importiert worden. Damals habe die Einfuhr noch bei 4,4 Milliarden Eiern gelegen, so dieWiesbadener Statistiker. Die Einfuhren von Eiern seien weiter gestiegen, obwohl in Deutschland im Verlauf des vergangenen Jahres wieder mehr Legehennen gehalten worden seien als noch 2009.
 
Das Verbot der konventionellen Käfighaltung zum 1. Januar 2010 hatte laut Statistischem Bundesamt dazu geführt, dass wegen der notwendigen Umbaumaßnahmen die Zahl der Legehennen gesunken war.

Ostendorff kritisiert Eierwirtschaft

Der agrarpolitische Sprecher der Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen, Friedrich Ostendorff, nahm die Zahlen des Statistischen Bundesamtes als Anlass zur Kritik an der deutschen Eierwirtschaft. Diese müsse sich fragen lassen, warum sie jahrelang den Verbrauchertrend boykottiert habe. Nachgefragt würden fast ausschließlich Eier aus ökologischer-, Freiland- oder Bodenhaltung. Käfigeier würden kaum gekauft. Die Industrie habe sich auf diese Marktlage nicht eingestellt, beklagte Ostendorff. Leider habe ein Großteil der Eierwirtschaft nach Inkrafttreten des von Renate Künast durchgesetzten Käfighaltungsverbots nicht die Chance genutzt, die Produktion tierschutzgerecht umzustellen. Vielmehr habe man damals auf einen Regierungswechsel und eine Aufhebung des Käfighaltungsverbots gesetzt. 2006 sei dann diese Haltungsform mit einigen kosmetischen Änderungen durch die Große Koalition wieder hoffähig gemacht worden.
 
Trotzdem habe die Entwicklung seitdem eines ganz klar gemacht: Die Verbraucher wollten das Käfigei nicht. Die deutschen "Hühnerbarone" sollten sich jetzt Ostendorff zufolge auf die Situation am Markt einstellen. Ein Jahr vor der Kennzeichnungspflicht auf EU-Ebene bestehe für sie die Gelegenheit, Tierschutz europaweit zum Markenkern zu machen. 
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