News EU unterstützt Ausbau deutscher Agrarplattform trecker.com

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Der deutsche Softwareanbieter trecker.com baut derzeit seine Agrarplattform durch die Anbindung weiterer Datenquellen sowie die Nutzung innovativer Big Data-Algorithmik aus.

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Projekt „Big Data Agrarplattform“

In seinem Vorhaben wird das Unternehmen nun mit 850.000 Euro finanziell unterstützt von der Europäischen Union. Durch die Weiterentwicklungen sollen Landwirte ihre Produktivität durch Datenanalysen steigern sowie ihren Dokumentationspflichten einfacher nachkommen können. Hierfür sieht der Projektplan unter anderem Prognosen zu Schädlingswanderbewegungen, Empfehlungen für konkrete ackerschlagbezogene Maßnahmen sowie Dokumentation via QR-Code vor.

Mit dem Projekt „Big Data Agrarplattform“ wird trecker.com seine Agrarsoftware durch die Einbindung weiterer Datenquellen stark ausbauen. In seinem Vorhaben wird das Unternehmen finanziell unterstützt von der Europäischen Union. Der innovative Charakter des Projekts liegt übergreifend in der Nutzung externer Datenquellen wie Wetter- und Satellitendaten sowie in der Ackerbearbeitung erhobener Daten zu Dokumentations-, Analyse- und Empfehlungszwecken. Landwirte sollen dadurch die Produktions- und Absatzprozesse präziser und umfassender steuern sowie einfacher dokumentieren können. Der Projektplan sieht unter anderem folgende Meilensteine vor:

Prognose von Wanderbewegungen im Bereich Schädlinge und Unkraut

Über handelsübliche Smartphones sollen Landwirte Schädlings- und Unkrautbefall auf den Ackerflächen erfassen können. Diese werden dann automatisch in der Ackerschlagkartei von trecker.com dokumentiert, sodass Landwirte im Bereich der gesetzlich vorgeschriebenen Erfassungsarbeiten entlastet werden. Der dokumentierte Ist-Zustand soll zudem in Korrelation mit historischen und prognostizierten Wetterdaten zu Wind, Regen, Sonneneinstrahlung, etc. gesetzt werden. Dadurch sollen Wanderbewegungen bzw. Trends im Schädlings- und Unkrautbefall regional prognostiziert werden. Zusätzlich profitieren Landwirte durch ein individuelles Frühwarnsystem (push-basierte Benachrichtigungen), sodass sie rechtzeitig verschiedene Vorsichts- und Schutzmaßnahmen treffen können.

Empfehlungssystem für teilspezifische Behandlung

Es wird ein Lösungsansatz erforscht, der Satellitendaten und einzulesende Ertragskarten von Landmaschinen zur Empfehlung von teilspezifischen Maßnahmen nutzt. Über die Satellitendaten werden die Zustände der Pflanzen, Pflanzendichte sowie weiterer Merkmale analysiert. Diese Ergebnisse sollen mit den Ertragskartei-Inhalten abgeglichen, bewertet und Empfehlungen vergeben werden. Dem Landwirt soll durch die Ergebnisse der Forschung und Entwicklung eine technische Lösung geboten werden, die ihm ohne den zusätzlichen Einbau teurer Hardware eine teilspezifische Bewirtschaftung seiner Ackerflächen ermöglicht. Hierdurch könnten enorme Potentiale gehoben werden: u.a. die optimierte Ausbringung von Dünge- und Pflanzenschutzmitteln (potentielle Einsparungen und bessere Wirkung auf den Ertrag) und die teilspezifische Optimierung zur Ernte (ggf. ist ein bestimmter Teil des Feldes noch nicht abzuernten bzw. früher als andere Teilflächen).

Vereinfachte Dokumentation durch individuellen QR-Code

In einem scanbaren QR-Code sollen alle produktrelevanten Daten wie eingesetzte Düngemittel bzw. Düngemittelmischungen, Pflanzenschutzmittel, Datum der Ausbringung und Ernte, etc. zusammenfasst werden. Dieser kann dann entweder ausgedruckt auf dem verkauften Produkt (z.B. Saatgutsack) aufgebracht oder per E-Mail versandt werden. Durch diese Technologie soll die gesetzeskonforme Dokumentation deutlich vereinfacht werden. Zusätzlich können Landwirte ein wesentlich kundenorientierteres Marketing betreiben, da sie ihren Kunden (z.B. Brotproduzenten) anbieten können, produktrelevante Daten wie eingesetzte Betriebsmittel oder Erntezeit/-ort an Endkunden weiterzugeben.