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DLG-Trendmonitor Europe

Europäische Landwirte sehen Licht am Ende des Tunnels

Dieser Artikel ist zuerst in der Agrartechnik erschienen.

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Lukas Arnold, Agrartechnik
am
26.04.2017

Die Ergebnisse des DLG-Trendmonitors Europe vom Frühjahr 2017 signalisieren sowohl für die aktuelle Geschäftslage als auch für die Erwartungen an die weitere Geschäftsentwicklung Zuversicht. Die Investitionsbereitschaft lege wieder zu.

DLG-Trendmonitor

Die europäischen Landwirte sehen wieder Licht am Ende des Tunnels. Das im Jahr 2016 vorherrschende Stimmungstief sei überwunden. Sowohl die aktuelle Geschäftslage als auch die Erwartungen an die Geschäftsentwicklung werden weit positiver beurteilt als noch im Herbst 2016. Auch die Investitionsbereitschaft lege wieder zu. Dies zeigen die Ergebnisse des DLG-Trendmonitors Europe von diesem Frühjahr, bei dem 700 deutsche, 700 französische, 500 polnische und 350 britische Landwirte befragt wurden.

Wie Dr. Achim Schaffner, DLG-Fachgebietsleiter Ökonomie, bei der Vorstellung der Ergebnisse erklärte, ist die verbesserte Lage auf den Märkten für Getreide, Milch und Schweinefleisch Grund für diesen Aufschwung.

Auch das Angebot an Milch ist knapper, EU-weit liegen die Milchanlieferungen unter dem Vorjahresniveau. Zudem liegt das Angebot bei den global wichtigsten Milchexporteuren unter dem Vorjahresniveau, auch wenn die Anlieferungen in Neuseeland gegenwärtig wieder anziehen. Die Angebotssituation und die dynamisch wachsenden Exporte von Käse und Butter sorgen für höhere Preise.

Wie die Landwirte in Deutschland profitieren auch die Landwirte in Frankreich, Polen und Großbritannien von dem günstigeren Umfeld und beurteilen die aktuelle Geschäftslage deutlich positiver als noch im Herbst 2016.

 

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Landwirte deutlich zuversichtlicher für die weitere Geschäftsentwicklung

Die Landwirte in Deutschland, Polen, Frankreich und Großbritannien sind deutlich zuversichtlicher für die Geschäftsentwicklung in den kommenden zwölf Monaten.

Landwirte in Großbritannien sind trotz der Unsicherheiten durch den Brexit und dessen Wirkung auf die Agrarpolitik zuversichtlich für die Geschäftsentwicklung der kommenden zwölf Monate. Denn mit dem Brexit geht die Hoffnung auf weniger Regulierung und mehr unternehmerische Entscheidungsfreiheit einher, die die Wettbewerbsposition der Erzeuger stärken könnte. Neben dieser mittelfristigen Erwartung sorgen günstige Finanzierungsbedingungen und das schwache Pfund für insgesamt günstige Bedingungen für die Landwirte in Großbritannien.

Deutschland: Milchviehhalter und Markfruchterzeuger wieder zuversichtlicher

In Deutschland sind insbesondere die Milchviehhalter und Marktfruchterzeuger zuversichtlicher für die Geschäftsentwicklung der kommenden zwölf Monate. Die Landwirte erwarten anhaltend umfangreiche Exporte von Käse und Butter sowie von Getreide. Dies sorgt nach dem Stimmungstief im Jahr 2016 zumindest für durchschnittliche Erwartungen an die weitere Geschäftsentwicklung in den kommenden zwölf Monaten.

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Freundlicheres Wirtschaftsumfeld führt zu anziehender Investitionsbereitschaft

Die Trendwende im wirtschaftlichen Umfeld sorgt für deutlich zunehmende Investitionslaune der in Deutschland, Frankreich, Polen und Großbritannien befragten Landwirte. So wollen in Deutschland in den nächsten zwölf Monaten 42 Prozent der befragten Landwirte (plus 10 Prozentpunkte gegenüber Herbst 2016) investieren, in Polen 45 Prozent (plus 7 Prozentpunkte), in Großbritannien jeder zweite (plus 16 Prozentpunkte) und in Frankreich 22 Prozent (plus 8 Prozentpunkte).

In Deutschland planen Marktfruchterzeuger und Milchviehhalter deutlich mehr Investitionen als noch im Herbst 2016. So wollen 41 Prozent der befragten Marktfruchterzeuger in den kommenden zwölf Monaten investieren (plus 12 Prozentpunkte gegenüber Herbst 2016). In der Milchviehhaltung geben 40 Prozent der Befragten an, investieren zu wollen (plus 11 Prozentpunkte). Stabil ist mit 38 Prozent die Investitionsbereitschaft der Schweinehalter (plus 1 Prozentpunkt).

Auch im Ackerbau gibt es teils deutliche Zuwächse bei der Investitionsbereitschaft. So wollen in Polen 43 Prozent der befragten Marktfruchterzeuger (plus 7 Prozentpunkte), in Großbritannien 49 Prozent (plus 19 Prozentpunkte) und in Frankreich 16 Prozent (plus 8 Prozentpunkte) in den kommenden zwölf Monaten investieren.

Landwirte in Deutschland und Großbritannien stärken die Investitionen in die Außenwirtschaft, während Landwirte in Frankreich Investitionen in die Tierhaltung und die Bioenergie in den Fokus nehmen. Die Betriebsleiter in Polen reduzieren Investitionen in die Bioenergie und stärken gleichermaßen Innen- und Außenwirtschaft.

Unterschiedliche Herausforderungen in den Ländern

Auch in dem tendenziell freundlicheren Geschäftsumfeld stehen die Betriebsleiter vor Herausforderungen. Für Landwirte in Deutschland sind dies insbesondere die Sicherung der Zahlungsfähigkeit bei Preisschwankungen und die Sicherung der gesellschaftlichen Akzeptanz – Aspekte, die die Landwirte in den letzten Monaten intensiv beschäftigt haben und für die Konzepte für die Betriebsführung erarbeitet werden.

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