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Hybrid-Antrieb für Holzhacker

Hybrid-Holzhacker Jenz
am Freitag, 27.11.2020 - 09:12

Um einen Holzhacker effizienter zu betrieben, hat ein Team vom Kölner Labor für Baumaschinen der TH Köln einen Hacker zum Hybrid-Fahrzeug weiterentwickelt. Im Vergleich mit einem herkömmlichen Modell können bei gleichzeitiger Steigerung der Arbeitsleistung 20 Prozent Diesel eingespart werden .

Plus drei Elektromotoren

Hybrid-Holzhacker

Neben dem dieselbetriebenen Motor, der sowohl den LKW-Antrieb als auch das Hackaggregat mit Leistung versorgt, verfügt das Fahrzeug nun zusätzlich über drei Elektromotoren mit insgesamt rund 200 kW Leistung. Der Verbrenner-Motor läuft während des Hackvorgangs möglichst nah an seinem optimalen Betriebspunkt. Wird für den Hackvorgang nur wenig Leistung benötigt – weil etwa gerade Kronenholz verarbeitet wird – lädt die überschüssige Energie 13 sogenannte Superkondensatoren auf. Diese speichern elektrische Energie und können sehr schnell ge- und entladen werden. Benötigt das Zerhacken eines dicken Stamms mehr Leistung als der Verbrenner im optimalen Betriebspunkt bereitstellen kann, schalten die Elektromotoren in den sogenannten Boost-Modus und liefern durch das Entladen der Superkondensatoren die Differenzleistung zu.

Spart Diesel

Hybrid-Holzhacker

In einem finalen Test verglichen die Projektpartner ihren umgebauten Hacker mit einem baugleichen Modell mit herkömmlichen Antrieb. Als Testmaterial dienten Baumstämme vergleichbarer Härte, Durchmesser und Beschaffenheit. „Insgesamt verarbeiteten die beiden Hacker rund 100 Festmeter Holz. Unser umgebautes Modell verbrauchte dabei rund 20 Prozent weniger Diesel bei gleicher Qualität der Hackschnitzel und gesteigerter Arbeitsleistung, bezogen auf die Hackschnitzel pro Zeiteinheit“, sagt Teamleiter Dirk Niederberghaus.

Das Forschungsprojekt EnGie-Hacker ist eine Kooperation des Kölner Labor für Baumaschinen (KLB) der TH Köln, der Jenz GmbH Maschinen- und Fahrzeugbau, der Antriebstechnik Roth GmbH und der Vemac GmbH. Es wurde über drei Jahre im Rahmen der Initiative EFRE.NRW in Zusammenarbeit mit dem Ministerium für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie des Landes NordrheinWestfalen und dem europäischen Fonds für regionale Entwicklung der Europäischen Union gefördert.

Mit Material von TH Köln