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Landtechnikindustrie erzielt Rekordzuwachs um 14 Prozent

VDMA Mitteilung 08/18
Felix Ammon
am
20.08.2018

Landmaschinen- und Traktorenhersteller starten mit einer positiven Bilanz in das erste Halbjahr 2018.

Rekordzuwachs um 14 Prozent

Frankfurt, 20. August 2018 – Landmaschinen- und Traktorenhersteller, welche in Deutschland produzieren, ziehen eine positive Halbjahresbilanz. Mit einem Umsatzplus von 14 Prozent, auf mehr als 5 Milliarden Euro, konnte die Branche einen Rekordzuwachs verzeichnen. „Wir bewegen uns momentan in einem sehr guten Marktumfeld. Die Fabriken sind im Durchschnitt für die nächsten drei Monate voll ausgelastet. Damit erreichen wir einen Spitzenwert, der im August nur selten gemessen wird“, sagt VDMA-Geschäftsführer Dr. Bernd Scherer.

Die anhaltende Trockenheit der vergangenen Wochen in vielen Teilen Europas, darunter auch Deutschland, hat sich auf das Landmaschinengeschäft bisher noch nicht ausgewirkt. „In den kommenden Monaten dürfte es aber zumindest im Auftragseingang erste Bremsspuren geben“, erläutert Scherer. 

Eurozone entwickelt sich stark

Vor allem durch die dynamische Marktentwicklung in der Eurozone konnte ein deutliches Halbjahresplus verzeichnet werden. Der deutsche Markt ist nach wie vor Spitzenreiter. Aus Geschäften mit den heimischen Vertriebspartnern sind in den ersten beiden Quartalen die Umsätze um 19 Prozent, auf 1,4 Milliarden Euro gestiegen. Nahezu gleichwertig gute Ergebnisse wurden in fast allen Euroländern verbucht. Auch Frankreich, der wichtigste Exportmarkt der Branche, meldet sich nach einem schwierigen Jahr zurück. „Da die Franzosen von der Trockenheit nahezu komplett verschont geblieben sind, profitieren sie jetzt ganz besonders von den guten Getreidepreisen“, erläutert Scherer.

Zudem hat das Überseegeschäft seit Jahresbeginn kräftig zugenommen. „Dass der Eurokurs wieder deutlich nachgegeben hat, ist für unsere Exportaktivitäten auf jeden Fall vorteilhaft“, sagt Scherer.

Leicht rückläufige osteuropäische Schlüsselmärkte

Auf ihren osteuropäischen Schlüsselmärkten musste die Industrie nach dem Höhenflug des vergangenen Jahres aktuell wieder leichte Rückgänge hinnehmen. Im ersten Halbjahr wurden Landmaschinen und Traktoren im Wert von rund 400 Millionen Euro nach Russland und in die Ukraine ausgeliefert. Die Rückgänge resultieren aus schwachen Getreidepreisen, wodurch vor allem die Erntetechnik betroffen war.

Ernsthafte Sorgen bereitet der Branche die fortlaufende Protektionspolitik der russischen Regierung. „Die russischen Landwirte sind weiterhin klar auf Modernisierungskurs, werden aber immer wieder ausgebremst. Ganz aktuell werden die Lokalisierungsregeln für die Traktorfertigung massiv verschärft“, sagt Scherer. So seien detaillierte Vorschriften in Vorbereitung, die den Anteil lokaler Wertschöpfung für jeden einzelnen Prozess-Schritt exakt definieren.

Gedämpfter Optimismus

Der VDMA-Geschäftsklimaindex, der auf einer repräsentativen Befragung von Spitzenmanagern der europäischen Landtechnikindustrie beruht, hat zuletzt zwar etwas nachgegeben, bewegt sich aber nach wie vor auf einem sehr hohen Niveau. Für das Gesamtjahr 2018 rechnet der VDMA mit einem guten Branchenergebnis. „Der vorhandene Auftragsbestand wird in den nächsten Monaten für sichere Umsätze sorgen. Zum Jahreswechsel dürfte dieses Polster jedoch allmählich abschmelzen“, erläutert Scherer.

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