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Road-Trip auf dem Teleskop

Externer Autor
am
20.05.2014

Der Finne Leo Tergujeff fährt im Merlo Teleskoplader 4.000 km durch Europa - ein Weltrekordversuch.

Merlo Manne - diesen Spitznamen hat sich Leo Tergujeff erarbeitet. Manne bedeutet übersetzt etwa "Zigeuner" oder "wildes Kind". Und die Verbindung zur Marke Merlo sieht man am Oberarm des langhaarigen Finnen: Dort prangt ein Tattoo des Merlo-Logos in Flammen, ein Geschenk zu seinem 60. Geburtstag. Tergujeff arbeitete zwanzig Jahre lang als Technischer Manager des finnischen Händlers von Merlo Teleskopladern, „Rotator Oy“. Dort war er sich für die großen Rotoren für Bauunternehmer zuständig. Nun steht die Rente an.
 
Und für die hat der 62-Jährige eine ganz besondere Reise geplant: Er fährt auf einem Teleskoplader P 25.6 von Merlo vom Herstellerwerk im italienischen Cuneo bis in seine Heimat. Und weil er Zeit hat und weil er gerne im Guiness-Buch der Rekorde stehen möchte, macht er dafür einen Umweg. Durch Kroatien, Ungarn, die Slowakei, die Tschechische Republik, Deutschland, Dänemark und Schweden führt seine Route - insgesamt 4.000 km, die Tergujeff mit 36 km/h zurücklegen will. Dafür plante er 40 bis 50 Tage.
 
Die Idee zu dieser Reise kam Tergujeff schon 2010: Damals brachte Merlo den 1,8 m breite und 1,9 m hohen P 25.6 auf den Markt. Für den Finnen war es Liebe auf den ersten Blick: „Die kleine Maschine war mir sofort symphatisch. Die Komfortkabine ist fast auf Bodenhöhe. Ein Schritt zum Einsteigen und schon kannst du den Teleskopen einsetzen. Als ich den ersten P 25.6 sah, wollte ich ihn am liebsten gleich mit nach Finnland nehmen. Im Scherz mit dem italienischen Verkaufsmanager kam es zur Idee für die besondere Reiseart.“

4.000 km mit Jimi Hendrix

{BILD:609791:jpg}Am 28. April war es dann endlich soweit, die Reise ging los. Seine Boxenstopps macht der Finne bei den jeweiligen Merlo Vertretungen in den europäischen Ländern. Die Kosten seiner Reise betragen laut Merlo Manne rund 16.000 Euro. Er trägt sie gemeinsam mit einer Gruppe von Sponsoren. „Im Prinzip“, sagt Tergujeff, „habe ich einen Merlo, wie er vom Band läuft. Angepasst haben wir lediglich eine Schwingungsdämpfung am Hubzylinder, was die langen Straßenfahrten begünstigen soll. Die Schlösser wechselten wir aus Sicherheitsgründen.“ Außerdem gibt es eine Veränderung am Geräteträger: eine befestigte Box für Persönliches und Maschinenbedarf. Auffällig ist auch die Vernetzung der Kabine: Sie beherbergt mehrere Navigationssysteme und ein Mobiltelefon mit sieben SIM-Karten.
 
So ausgerüstet liegt der Merlo Manne gut in der Zeit: Er erreichte Deutschland schon am 13. Mai, fast drei Wochen vor seinem Zeitplan. "Ursprünglich rechnete ich mit 100 bis 150 Kilometern Reisestrecke pro Tag", meint Tergujeff. "Die Fahrt geht gut voran. In Deutschland gab es aufgrund von Terminen Abschnitte, bei denen ich bis zu acht Stunden am Tag auf der Straße war. Durchschnittlich sitze ich vier bis fünf Stunden täglich am Steuer. Der Rest des Tages gehört dem Aktualisieren meiner Facebook-Inhalte, der Organisation und Kontaktpflege."
 
Vier Tage brauchte er dann für die Strecke durch die Bundesrepublik. Dabei hielt er bei den Merlo Händlern Quast Landtechnik GmbH in Rochau (Sachsen-Anhalt) und der HKL Baumaschinen GmbH in Lübeck. Bei letzterem bekam der P 25.6 einen Ölwechsel und wurde gereinigt. Dann ging es weiter in Richtung Norden. Aus dem Teleskoplader hört man Jimi Hendrix. „Was nach der Teleskop-Tour durch Europa kommt, darüber mache ich mir keine großen Gedanken“, sagt der entspannte und wohl organisierte Tergujeff. „Eine Fahrt mit der Transsibirischen Eisenbahn würde mir gefallen.“ je
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