Login
News

Umsatzeinbußen in der Landtechnikindustrie

Externer Autor
am
15.02.2016

2015 war ein gutes Jahr für die Hersteller von Drill-, Sä-, und Pflanzenschutztechnik, ein schlechtes Jahr für die Hersteller von Erntemaschinen, Transport-, Melk- und Fütterungstechnik. Das belegt der VDMA mit den Zahlen zum Produktionsumsatz in Deutschland.

2015 war ein gutes Jahr für die Hersteller von Drill-, Sä-, und Pflanzenschutztechnik, ein schlechtes Jahr für die Hersteller von Erntemaschinen, Transport-, Melk- und Fütterungstechnik. Das belegt der VDMA mit den Zahlen zum Produktionsumsatz in Deutschland.
Die VDMA Landtechnik meldet, dass sich die Landtechnikindustrie in einer schwierigen Lage behauptet: Der Produktionsumsatz sank 2015 "nur um 4 Prozent" auf 7,38 Mrd. Euro. 2014 waren es 7,68 Mrd. Euro.
 
Niedrige Erzeugerpreise, vor allem für Milch und Mastschweine, haben die Investitionslaune der Landwirte vielerorts deutlich eingebremst. "Ordentliche Wachstumsimpulse sind derzeit leider noch nicht in Sicht", sagte Bernd Scherer, Geschäftsführer des Verbands Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) zum Jahreserlös, den die Landmaschinen- und Traktorenhersteller 2015 erzielt haben. Wie schon berichtet, wurden 2015 7 Prozent weniger Traktoren zugelassen als 2014. Diese Ergebnisse seien allerdings besser als ursprünglich prognostiziert, weshalb Scherer "Anlass zu verhaltenem Optimismus" sieht.
 
Mit leichten Zuwächsen endete das Jahr für die Produzenten von Drill-, Sä-, und Pflanzenschutztechnik, die in erster Linie von notwendigen Ersatzbeschaffungen profitieren konnten. Äußerst schwach notierte vor allem das Geschäft mit selbstfahrenden Erntemaschinen sowie mit Transport-, Melk- und Fütterungstechnik, wobei Rückgänge im zweistelligen Prozentbereich laut VDMA zu verkraften waren.

Export kompensiert

Die schwache Inlandsnachfrage wird zum Teil durch das Exportgeschäft ausgeglichen. Die aktuelle Entwicklung der Auftragseingänge mache deutlich, so Scherer, "dass das Exportgeschäft wieder an Dynamik gewinnt." Das zeigt sich besonders im Traktorengeschäft, das 2015 laut VDMA nur geringfügig um gut 2 Prozent zurückging. "Während wir im Inland auf ein annähernd zweistelliges Minus blicken, konnten wir auf den internationalen Märkten nochmals leicht wachsen."
 
Die Nachfrage am Heimatmarkt spielt mit einem Anteil von 28 Prozent weiterhin eine tragende Rolle für die deutsche Landtechnikproduktion. Allerdings sank der Umsatz mit dem deutschen Handel 2015 um fast 6 Prozent unter das Niveau des Vorjahres. Dagegen entwickelte sich das Exportgeschäft mit einem Minus von 3 Prozent deutlich besser.

Im Westen was Neues

Insbesondere Frankreich, der nach wie vor bedeutendste Ausfuhrmarkt für Landtechnik aus deutscher Produktion, "befindet sich seitdem Spätherbst im Aufwind und dürfte binnen Jahresfrist wieder in die Wachstumszone gelangen", prognostiziert Scherer.
 
Auch die Ukraine, einst Hoffnungsträger des Osteuropageschäfts, gibt laut Scherer Anlass zu gedämpftem Optimismus. "Mit einem Plus von 15 Prozent im Bereich der Landtechnikinvestitionen kommt das Land zumindest schrittweise aus der Talsohle heraus.“
 
Die Perspektiven des russischen Marktes werden aufgrund des Rubelverfalls und schwieriger Finanzierungsverhältnisse "weiterhin zurückhaltend bewertet".

2016 wird noch schlechter

Für 2016 rechnet der VDMA mit einem Produktionsumsatz der deutschen Landtechnikstandorte von rund 7 Milliarden Euro, was einen weiteren Rückgang von 5 Prozent bedeuten würde. "Die Lage bleibt verhalten, aber nicht angespannt", resümiert Scherer.  je
 
Weitere Informationen: lt.vdma.org
Auch interessant