Login

Das ist ein Artikel vom Top-Thema:

Praxis

Im Angesicht der Trockenheit

holmer-terra-variant
am Donnerstag, 02.01.2020 - 15:22

Im sächsischen Grünlichtenberg sind die Jahresniederschläge schlecht verteilt. Dem begegnet man mit besonderen, konservierenden Anbauverfahren.

Flach arbeiten und tief schlitzen

john-deere-8370rt

Über zu wenig Niederschlag kann sich Marcus Glitz, Vorstandsvorsitzender der Agrargenossenschaft Grünlichtenberg, nicht beschweren. Jedoch: "Die rund 700 mm Jahresniederschlag sind oft ungünstig verteilt, mit trockenen Frühjahren und Sommern, teils bis in den Herbst hinein", so der 36-jährige Landwirt. Das stellt die Bewirtschaftung vor Herausforderungen, zumal Kartoffeln in der Fruchtfolge enthalten sind. "Da wir nicht bewässern, sind wir auf wassersparende Anbauverfahren angewiesen", so Glitz weiter. Als er vor einigen Jahren die Leitung des Großbetriebs in Sachsen übernahm, stand die Genossenschaft wirtschaftlich mit dem Rücken zur Wand – unter anderem wegen deutlich zu geringen Erträgen bei zu hohen Verfahrenskosten. Marcus Glitz stellte den Betrieb und den Feldbau komplett um, und führt einige interessante Verfahren ein. Die Kartoffeln werden beispielsweise im All-in-One-Verfahren gelegt. Dabei werden die Reihen tief gelockert, der Boden gefräst, die Knollen gelegt und der Damm geformt – alles in einem Arbeitsgang. Das kostet Kraft, daher sind für vier Reihen auch gut 400 PS mit Raupenlaufwerk vorgespannt.

Ein Arbeitsgang: Lockern, düngen und säen

agrargenossenschaft-grünlichtenberg

Die Erträge danken es – immerhin 40 bis 45 t Speisekartoffeln konnten selbst im trockenen Jahr 2019 geerntet werden. Andere Betriebe in der Region holen ohne Beregnung deutlich weniger vom Feld.

Wasser wird auch anderweitig gespart: Im Frühjahr 2019 schaffte Marcus Glitz eine 12 m breite Kelly Kettenscheibe an, die nun ultraflach die Stoppelbearbeitung nach Raps, Getreibe und Mais erledigt – aber auch Kartoffeldämme und Zwischenfruchtbestände einebnet. Schon gut 5.000 ha hat dagegen die 6 m breite Mzuri Pro-Til abgeleistet, die zur Rapsaussaat direkt hinter den eigenen Holmer Terra Variant 600 gehängt wird. Dabei werden Gärreste aus den eigenen Biogasanlagen als Düngerdepot unter die Reihen gelegt. Die Jugendentwicklung der Rapspflanzen erfolgt dementsprechend zügig, sodass starke Einzelpflanzen in den Winter gehen. Und: Die Pflanzen sind durch die typischen Wälle der Lockerungssaat besser vor strengem Frost geschützt. Darüber hinaus spart das Anbauverfahren Wasser – und nutzt die Bodenvorräte besser aus, da zur Saat nur die Reihen tief gelockert werden und keine feuchte Erde nach oben geholt wird.

Auch die Weizenaussaat erledigt überwiegend die Mzuri, während für die Gerstenaussaat ein intensiveres, absätziges Verfahren mit Grubber und Lemken Compact Solitair zur Anwendung kommt.

Die ausführliche Reportage lesen Sie in traction Ausgabe Januar/Februar 2020.