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Ausland

Angola: Auf der Jagd nach dem grünen Gold

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Lena Kampschulte, traction
am
09.01.2018

Angola war einst größter Agrarproduzent Afrikas – heute muss ein Großteil der Lebensmittel importiert werden. Nun soll aus dem land ein zweites Brasilien werden.

Angolas Wirtschaft ist extrem abhängig vom Erdöl. Lebensmittel muss der einst größte Agrarproduzent Afrikas importieren. Nun wollen Regierung und private Investoren die Landwirtschaft voranbringen – aus Angola soll ein neues Brasilien werden. Aber gibt es darin noch Platz für Kleinbauern?

Das im Südwesten Afrikas liegende Angola grenzt direkt an den atlantischen Ozean. Die Vegetation reicht von tropischem Regenwald im Norden über Baumsavannen im Zentrum des Landes bis hin zu trockenen Grassavannen. Angola stand lange Zeit unter der Herrschaft und dem Einfluss Portugals. 1974 wurde die portugiesische Diktatur gestürzt und infolgedessen kam es auch in Angola zu einem Bürgerkrieg. Dieser dauerte 27 Jahre an und hat das politische und gesellschaftliche Leben nachhaltig geschädigt. Die Städte wurden mittlerweile zu großen Teilen wieder aufgebaut – gute Ölpreise sorgen für die erforderlichen Devisen.

Zwischen Reichtum und Armut

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Noch in den 60er-Jahren war Angola der größte Agrarproduzent des Kontinents. Aus Angolas Häfen liefen mit Zucker, Kaffee, Baumwolle, Bananen oder Palmöl beladene Frachter in die ganze Welt aus. Doch der Unabhängigkeits- und der ab 1974 folgende Bürgerkrieg setzten dem ein Ende. Der Krieg kostete nicht nur Millionen von Menschen ihr Leben, sondern löschte auch große Teile der Infrastruktur aus. So liegen noch heute viele Ackerflächen brach. Dabei sind die Anbaubedingungen optimal. Bislang interessierte das aber niemanden, sorgen Erdölfelder und Diamantminen doch für üppige Einnahmen – zumindest für die Oberschicht. Seit einigen Jahren mischt aber der Konzern Odebrecht aus Brasilien in Angola mit. Zunächst baute Odebrecht Brücken, Straßen, Staudämme und Einkaufszentren in Angola. Mittlerweile investiert man auch in die Landwirtschaft. So entstand der Agroindustriepark PAC, der mit über 2.000 Angestellten 70.000 ha Zuckerrohrplantagen bewirtschaftet. Hier wird neben Zucker auch Ethanol und elektrische Energie gewonnen. 

Neben Odebrecht wurden auch andere Konzerne angelockt, wie z. B. das chinesische Unternehmen Citic Construction. Aber wie verträgt sich das neue Interesse an der Agrarwirtschaft mit der Subsistenzlandwirtschaft der vielen kleinen Bauern im Land?

Die Antwort auf diese Fragen finden Sie in der aktuellen Ausgabe der traction (1/2018). Klaus Sieg hat hier einen ausführlichen Artikel über die grüne Revolution in Angola geschrieben. Hier gibt es nicht nur spannende Bilder, sondern auch viel Hintergrund- und Branchenwissen.

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