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Hobby

Dampf und Diesel

Externer Autor
am
31.08.2014

24.000 Besucher konnten in Nordhorn beim jährlichen „Historischen Feldtag“ Landmaschinen im Einsatz bestaunen. Neben den Trägermarken Güldner und John Deere waren auch einige Dampfmaschinen vor Ort.

24.000 Besucher konnten in Nordhorn beim jährlichen „Historischen Feldtag“ Landmaschinen im Einsatz bestaunen. Neben den Trägermarken Güldner und John Deere waren auch einige Dampfmaschinen vor Ort.
{BILD:615181:jpg}Dass die ebenso spannende wie vielfältige Entwicklungsgeschichte der mechanisierten Landtechnik nicht in Vergessenheit gerät, sondern heute noch zu erleben ist, ist das Anliegen des Treckerclubs Nordhorn e. V. mit seinem jährlichen „Historischen Feldtag“ am zweiten Augustwochenende. Trotz des sehr wechselhaften Wetters und der vom Starkregen durchweichten Wege und Felder kamen 2014 rund 24.000 Besucher zu diesem Event im äußersten Südwesten von Niedersachsen.
 
In diesem Jahr nahm auf der 15 ha großen Ausstellungsfläche die amerikanische Traditionsmarke John Deere einen zentralen Platz ein. Unter den mehr als 200 gelb-grünen Maschinen mit dem Hirschlogo zog ein originalgetreu restaurierter US-Mähdrescher vom Typ 36B besonders viele Besucher an. Denn bei der für damalige Zeiten gigantischen Maschine aus dem Jahr 1940 handelt es sich um das weltweit letzte bekannte Exemplar dieses Typs. Der gezogene Drescher mit einer Arbeitsbreite von fast 6 m war laut Treckerclub Nordhorn ursprünglich nach Algerien verkauft worden. Dort entdeckte ihn der Landtechnikkonzern Krone und holte ihn ins Stammwerk im emsländischen Spelle. Erfahrene Krone-Mitarbeiter im Ruhestand arbeiteten die Maschine voll funktionsfähig auf. Nachdem ihn der Treckerclub Nordhorn auf dem Historischen Feldtag der Öffentlichkeit im Einsatz präsentierte, soll er in einem Landtechnikmuseum in Braunschweig ausgestellt werden.
 
Ein weiterer Publikumsmagnet waren die dampfbetriebenen Arbeitsmaschinen, die im Einsatz zu erleben waren. Zu den Highlights gehörten zwei Dampfpfluggarnituren mit je zwei 175 PS starken Lokomobilen der englischen Marke Fowler von 1909 und 1918. Jede der vier gewaltigen Maschinen hat ein Betriebsgewicht von gut 20 t. Sie kamen in Nordhorn originalgetreu paarweise als Seilschleppeinheiten zum Einsatz.
 
Als wären dies nicht genug der Highlights, die das Herz auch von Fans moderner Landtechnik höher schlagen ließen, trumpften die Organisatoren des Historischen Feldtags in diesem Jahr mit drei Sonderausstellungen auf: So ermöglichte das Engagement von Sammlern die Präsentation von Schleppern der weniger bekannten Marken „Güldner“ und „Deuliewag“. Das hessische Familienunternehmen Güldner brachte in den 50er- und 60er-Jahren zahlreiche Baureihen selbst konstruierter Traktoren auf den Markt. Deuliewag, 1929 als Deutsche Lieferwagen GmbH in Berlin-Tegel gegründet, baute von 1936 bis 1952 Acker- und Straßenschlepper, zum Teil ausgestattet mit Güldner-Motoren. von Sascha Jussen
 
Den vollständigen Bericht zum Historischen Feldtag 2014 lesen Sie in der September/Oktober-Ausgabe 2014 der traction. In unserer Bildergalerie finden Sie außerdem viele Landtechnik-Raritäten, die dort zu sehen waren.
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