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Karriere

Gelernt zu lehren

Externer Autor
am
24.01.2016

Hinter gut ausgebildeten Fachkräften steht ein guter Lehrer. An der Hochschule wird von den Lehrkräften aber deutlich mehr verlangt, als Vorlesungen zu halten. Sandra Müller (32) hat sich ganz bewusst für diesen Beruf entschieden. Sie ist Dozentin für Landtechnik.

Draußen liegt der Nebel über dem Hochschulgelände und der Tau über den Blumenbeeten, die die Landschaftsbaustudenten angelegt haben. Drinnen baut Sandra Müller ihren Laptop auf dem Pult auf und wirft den Beamer an. Um 8 Uhr morgens beginnt das Seminar zum Thema erneuerbare Energien – ein Modul in den Studiengängen der Fachrichtungen Landwirtschaft sowie Agri- und Hortibusiness, aus denen nun etwa 30 Studenten im Hörsaal sitzen. Ihnen gegenüber steht Sandra Müller (32), Dozentin für Landtechnik.
 
Sandra arbeitet seit fünf Jahren in dieser Position an der Hochschule Osnabrück. Sie hält Vorlesungen und Seminare, begleitet die Studenten bei ihren Studien projekten und Abschlussarbeiten und schreibt nebenbei an ihrer eigenen Doktorarbeit, die sie in wenigen Monaten abgeben wird. Das Thema ist die Kornstellenverteilung beim Mais und ihr Einfluss auf den Ertrag. Wegen dieser anstehenden Promotion ging es in puncto Lehre im vergangenen Jahr etwas ruhiger zu als zu Beginn ihrer Dozentenzeit.

Von der Farm in die Hochschule

Sandra hat schon während ihrer Studienzeit in Hohenheim im Fach Agrarwissenschaft, Schwerpunkt Agrartechnik, Lehrveranstaltungen gehalten. "Der Umgang mit den Studenten hat mir schon immer Spaß gemacht. Man muss sich auf viele verschiedene Individuen einlassen, die alle ihre eigenen Vorstellungen davon haben, wie man den Stoff am besten vermitteln sollte. Ich glaube, Offenheit ist deshalb eine der wichtigsten Eigenschaften von Dozenten. Niemand kann alles wissen", meint Sandra.
 
Sich intensiv mit einem Thema zu beschäftigen – das war von Anfang an eine der größten Motivationen für ihren Beruf. Das merkte Sandra schon während ihrer Masterarbeit, die sie im Strategischen Marketing von John Deere in Mannheim schrieb. Doch eigentlich zog es sie in die Praxis und ins Ausland. So verbrachte sie vier Monate auf einem landwirtschaftlichen Betrieb in Costa Rica und immer wieder einige Monate in Australien auf einer Farm mit 10.000 ha Land und 10.000 Schafen. Von dort aus las sie die Stellenausschreibung an der Hochschule Osnabrück und schrieb eine Bewerbung – mit Erfolg. "Mich reizte es besonders, dass ich neben der Lehrtätigkeit noch promovieren konnte. Außerdem gefällt mir die Arbeitsatmosphäre an der Hochschule. Bei den Leuten steht nicht so sehr die eigene Karriere, sondern vielmehr der fachliche Austausch im Mittelpunkt." je
 
Mehr über die Arbeit als Dozent für Landtechnik und die Hochschule Osnabrück lesen Sie in der traction-Ausgabe Januar/Februar 2016.
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