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Ausland

Das Heu-Imperium

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Lena Kampschulte, traction
am
04.07.2018

Im allerletzten Teil seiner Reise ist Alexander Conrad in Kalifornien zu Besuch. Hier dreht sich alles um die Heu-Ernte und -Vermarktung.

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Seit April 2015 haben wir Alexander Conrad bei seiner Tour durch die USA, Kanada und Mexiko begleitet. Regelmäßig hat er uns mit spannenden Berichten und Reportagen versorgt. Damit ist nun Schluss. Nach über 80.000 km auf dem Motorrad ist es für Conrad nun an der Zeit sesshaft zu werden – und das in seinem Lieblingsstaat Kalifornien. Hier ist Conrad als selbständiger Unternehmensberater tätig. Eine letzte spannende Story hat er aber noch für uns und zwar passenderweise aus dem "Heu-Land" Kalifornien. Hier ist Conrad zu Besuch bei Robert Mamer, dem Inhaber von "Mamer Hay & Logistics". Robert, genannt Bob, ist schon sein ganzes Leben im Heu-Business. Über 20 Jahre lang war er als Heu-Makler tätig, mittlerweile ist der 62-jährige selbständiger Lohnunternehmer und Heu-Händler.

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Der Betrieb liegt im "Imperial County", westlich vom Colorado River, eingerahmt zwischen dem Salton See und der Bergkette des Anza Borrego Staatspark. Trotz sehr hoher Temperaturen werden hier heutzutage Rekorderträge in der Heu-Ernte erzielt, da aufgrund künstlicher Bewässerung (die jährlichen Niederschläge übersteigen nicht einmal 70 mm) bis zu neun Grasschnitte über das ganze Jahr verteilt problemlos möglich sind. Das hierzu benötigte Wasser wird aus dem nahegelegenen, östlich am Tal vorbeifließenden Colorado-River abgeleitet, der wenig später in ­Mexiko in den Golf von Kalifornien mündet. Aufgrund der extrem niedrigen Luftfeuchtigkeit sind die hiesigen Farmer dazu gezwungen, ihr Heu nur nachts und in den Morgenstunden zu ernten, um aufgrund des Taus die Blattver­luste während des Pressens zu minimieren. Hauptsächlich wird Heu aus Luzerne, Sorghum, verschiedenen Süßgräßern und diversen Getreidemischungen geerntet. Die immer wiederkehrenden Sandstürme können ohne Vorankündigung die Arbeit mehrere Tage lang hinauszögern oder auch ganze Ernten problemlos hinwegfegen. Neben den unterschiedlichen Grassorten werden im Tal auch sehr intensiv Obst- und Gemüsesorten wie Zwiebeln, Karotten, Broccoli, Blumenkohl, Kopfsalat, Wassermelonen oder auch Zuckerrüben angebaut. Der Großteil der Arbeiter im Tal sind mexikanischer Abstammung, wobei viele von Ihnen zwei Mal am Tag die stark ­gesicherte Grenze überqueren müssen und dadurch nicht selten aufeinanderfolgende ­Arbeitstage von 16 Stunden und mehr in Kauf nehmen.

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Bob sagt von sich, er habe die ganz Welt (des Heus) gesehen, und als ihm das stetige Reisen irgendwann zu viel wurde, hat er sich 2003 mit „Mamer Hay & Logistics“ in seinem Heimatort selbstständig gemacht, um auf diese Weise näher bei seiner Familie zu sein. 2011 folgte die Übernahme des lokalen Lohnunternehmens „Northend Harvesting“, so dass er nun sämtliche Dienstleitungen aus einer Hand anbieten kann. 15 feste Großkunden hat er, deren Ernte er mit eigenständiger Vermarkung durch „Mamer Hay & Logistics“ gänzlich übernimmt. Auch bietet er die Ernte als eigenständige Lohn-Dienstleistung an und bedient weitere Kunden nach Bedarf. Für die Erledigung der Arbeiten setzt Bob auf einen ordentlichen Fuhrpark. Sieben Exemplare der in Hesston gebauten Challenger-Baureihe WR 9700 von AGCO zwischen 180 und 220 PS kommen bei Northend Harvesting als selbstfahrende Mähaufbereiter zum Einsatz. Das Schwaden übernehmen zwei weitere Kolonnen mit jeweils 8 bis 10 m breiten Sternschwadern. In der Regel werden zwei Mähbreiten unmittelbar vor dem Pressen zu einem Schwad zusammengeführt. Je nach der späteren Verwendung des geernteten Heus, kommen Packen-Pressen unterschiedlicher Kanalmaße zum Einsatz. Zum Pressen der gängigsten 120 x 90 Ballen setzt Bob Mamer seit vielen Jahren auf die Krone Modelle BiG Pack 1290 HDP. 

Sie wollen mehr über Bob's Heu-Imperium das Arbeiten im trockenen Kalifornien erfahren? In der aktuellen traction finden Sie den ausführlichen Bericht mit vielen eindrucksvollen Bildern und jeder Menge Infos.

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