Login
Ausland

Von Illinois bis Kalifornien

Externer Autor
am
10.06.2014

Seit jeher ist die amerikanische Wirtschaft stark mit der Landwirtschaft verwurzelt. Die unendliche Weite des Landes bot den Farmern schon immer gänzlich andere Bedingungen als den Landwirten in der „alten Welt“. Doch die Hürden, die in Zukunft zu bewältigen sind, haben Landwirte hier wie dort gemein.


Für Landtechnikfans ist eine Autofahrt durch den mittleren Westen der USA ein Traum. Modernste Landtechnik und alte, fast vergessene Schätze aus allen Epochen gibt es im Minutentakt zu bestaunen. Unsere Reise führt uns einmal quer durch die USA. Zu den knapp 7.000 km zwischen Frankfurt und Chicago kommen noch einmal gut 3.500 km vom Osten der USA bis in den sonnigen Westen hinzu, die wir teils mit dem Auto, teils mit dem Flugzeug zurücklegten. Die anschließende Autofahrt durch Illinois bestätigt uns, warum die Amerikaner diesen Teil des Landes als „Corn Belt“, zu deutsch Maisgürtel, bezeichnen: Mais, Mais, Mais - soweit das Auge reicht. Mais ist neben Sojabohnen die wichtigste Nutzpflanze im Mittleren Westen. In den letzten fünf Jahren haben sich die Preise hierfür fast verdoppelt. Im gesamten Land werden rund 38 Mio. ha Mais angebaut. Die USA ist mit 45 Prozent Anteil am Welthandel beim Mais einsamer Spitzenreiter, gefolgt von der Ukraine.
 
Dementsprechend herrscht reges Treiben auf den Äckern. Nach vorangegangenen Regenfällen versucht nun jeder Farmer, den Mais schnell zu legen und die Feuchtigkeit des Bodens zu nutzen. Auf unserer Fahrt von Chicago gen Westen sehen wir unzählige Farmer ihre Bahnen ziehen. Egal ob betagter IHC mit Cycloplanter-Einzelkorndrillen oder neuestes John-Deere-Equipment mit Flüssigdünger und GPS-Saatgutplatzierung, sobald das Wetter es zulässt, sind alle auf dem Acker.
 
Aber auch in Tulare, einer Stadt mitten in Kalifornien, geht es rund auf den Äckern: Das Winterfutter für die Rinder wird geerntet. Abseits der Straßen sieht man die riesigen Rinderfarmen, die Dairies. Im Schnitt stehen 6.000 Kühe in einer solchen Farm, die größten zählen 30.000 Tiere, die in riesigen Gehegen bei über  30 °C Zuflucht in den Wellblechhallen suchen - ohne Bewässerung ginge bei diesen Temperaturen auf den Feldern nichts. Die Felder, auf denen wir den Maishäckslern zuschauen, sind nicht übermäßig groß. Zur Bewässerung wird Regen- und Schmelzwasser aus der Sierra Nevada in die Täler gepumpt. Anschließend werden die Flächen einfach geflutet. Nicht selten wird auch die Gülle der Rinder, die in riesigen Lagunen lagert, einfach auf die Flächen laufen gelassen. Diese Lagunen sind Becken, deren Wände mit einem Gemisch aus Erde und Ton angelegt wurden. Bis zu 100.000 m3 Gülle lagern unter freiem Himmel, bei knapp 300 Sonnentagen im Jahr und einer Temperatur von durchschnittlich knapp 25 °C. ksch

Die vollständige Reportage zum Road-Trip durch die USA lesen Sie in der Juli/August-Ausgabe 2014 der traction.

In unserer der Bildergalerie sehen Sie außerdem die Impressionen, die wir von der Reise mitgenommen haben.



 
Auch interessant