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Oldtimer

John Deere 5020 & Fahr D 800: Zwei auf einen Streich

Fahr D 800 und der John Deere 5020
am Mittwoch, 30.11.2022 - 07:05

Einen seltenen Oldtimer zu besuchen, ist ein Fest. Den John Deere 5020 und den Fahr D 800 vor die Linse zu bekommen ein Festival.

Zwischen Leipzig und Berlin, in den Weiten Brandenburgs, stehen in einer kleinen Garage große Schätze. Zwei, drei Häuser auf weiter Flur. Kein großer landwirtschaftlicher Betrieb. Nichts weist darauf hin, dass sich hinter zwei unscheinbaren Toren einzigartige Schmuckstücke verstecken.

Davor treffen wir Lars Heyde. Seit seiner Kindheit träumt er von seinem eigenen Traktor: „Mein Großvater war Müller und hatte dazu einen kleinen Hof , um die Familie zu versorgen. 1938 gründete die Familie ein Transportunternehmen mit Traktor und Anhänger. Leider war das vor meiner Zeit und mir blieben nur die Geschichten von dem Traktor, den mein Großvater später verkaufte.“

Seinen ersten Oldtimer kaufte er 1996 gemeinsam mit seinem Vater: einen Famulus 40. „Dieser schöne aber doch sehr in Mitleidenschaft gezogene Traktor stand seit fünf Jahren, ohne jegliche Nutzung, bei der Agrargenossenschaft Ländeken in Meinsdorf.“ Fast 8 Jahre vergingen, bis Lars Heyde sich im Sommer 2004 entschloss, den Traktor zu restaurieren.

Waterloo Highlight

John Deere 5020 und Lars Heyde

Im gleichen Jahr bekam er die einmalige Gelegenheit, einen weiteren, besonderen Traktor in seine Sammlung aufzunehmen. Der John Deere 5020 stand defekt in einer Ecke des Erd- und Altlastenlabors in Schlieben.

Die Sechszylinderbaureihe war damals ein großer Schritt für John Deere. Sieben Jahre lang haben die Ingenieure in den USA daran gearbeitet. 1960 stellten sie schließlich die New Generation, mit viel mehr Leistung als die Vorgängerbaureihe, vor. 1962 erblickte das Modell 5010 das Licht der Welt. Er war der erste zweiradgetriebene Traktor mit mehr als 100 PS an der Zapfwelle. 1965 feierte schließlich der 5020 sein Debüt. John Deere warb mit 145 PS bei gleichzeitig geringerem Kraftstoffverbrauch.

Mit seinem John Deere Viertakt-Sechszylinder-Motor Typ 531 CID und seinen 8,7 l Hubraum war er damals der weltweit größte Standardschlepper.

Fahr oder nicht Fahr

Fahr D 800 fährt aus der Garage

Der John Deere 5020 ist jedoch bei Weitem nicht das einzige Besondere, das sich in Lars Heydes Garage versteckt. Neben dem US-Amerikaner platziert sich ein Fahr D 800, Baujahr 1968. Vielen ist dieses Modell nicht bekannt. Kein Wunder. Weltweit gibt es davon nur 55 Stück, in Deutschland nur zwei. Außerdem baute Fahr Ende der 60er keine Traktoren mehr. Zumindest nicht in Deutschland.

In Argentinien hatte Deutz, die inzwischen Fahr aufgekauft hatten, das Tochterunternehmen Deca ins Leben gerufen. Dort entstand der Deutz Deca A110. Mit dem 110 PS starken Deutz Motor F6L 514 war er für die großen Flächen in Südamerika gedacht. Das Unternehmen produzierte das Modell 365 Mal. Nun kommt der Clou: Weitere 55 Stück erhielten eine Fahr-typische Frontmaske, andere Kotflügel und andere Gewichte der Hinterräder. Die Leistung des Deutz Sechszylinder-Motors mit 8 l Hubraum drosselten die Ingenieure um 10 PS. Das Getriebe hat fünf Vorwärtsgänge und einen Rückwärtsgang. Und schon steht der Fahr D 800 vor uns.

Die ganze Geschichte zu den beiden Oldtimern lesen Sie in traction Ausgabe November/Dezember 2022 und im Digitalmagazin.

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