Login
Praxis

Landwirtschaftsbetrieb Glitz: Hightech im Youngtimer

Glitz_2
Thumbnail
Lena Kampschulte, traction
am
02.05.2018

Thinus Glitz zeigt, dass sich digitale Betriebsoptimierung und ältere Maschinen durchaus kombinieren lassen. Wir haben ihn auf seinem Betrieb besucht.

Glitz_1

Datenbasierte Betriebsoptimierung klingt für die meisten noch nach etwas für Lohnunternehmen oder Großbetriebe mit vierstelligen Hektarzahlen. Außerdem schreckt die komplexe Erfassung und Auswertung noch viele ab – da arbeitet man doch lieber mit den guten alten Erfahrungswerten des Großvaters. Nicht so Thinus Glitz. Er ist gelernter Landwirt, hat anschließend Landwirtschaft studiert und landete über Umwege in der Industrie, genauer bei Claas im Bereich Precision Farming und 365Farmnet. Im Herzen war er aber immer Bauer, weshalb er am Wochenende zusammen mit dem Vater den elterlichen Betrieb in Ostwestfalen bewirtschaftete. Verwaltung und Dokumentation sind schon länger seine Aufgaben, und seit diesem Frühjahr arbeitet er nun Vollzeit auf dem Betrieb: 300 ha Ackerbau, 20 ha Grünland, Grenzstandort, 1.000 mm Regen und richtig schwere Tonböden, dazu noch 5.000 Mastschweine. Wir haben ihn auf seinem Betrieb besucht und uns das Konzept aus modernster Datenerfassung, GPS, RTK und Co. auf Maschinen im Youngtimer-Alter angeschaut.

Technikausstattung

Glitz_3

Modernste Technik braucht es hier aber nicht in allen Bereichen, daher ist auch der John Deere 4960 mit SGII-Kabine noch voll im Einsatz, ein Fendt Favorit 924 Vario aus der ersten Serie mit eckiger Haube ist ebenfalls voll dabei. Thinus Glitz Erfahrungen zeigten einfach, dass die älteren Maschinen mit 8.000 Stunden weniger Reparaturkosten verursachten, als neuere mit gerade vierstellig gewordenen Zählern. Daher bleiben die alten Boliden so lange wie möglich im Dienst. „Bisher hatten wir deswegen immer nur Tier-0-Traktoren. Der dritte, ein John Deere 7810, fiel aber leider einem Verkehrsunfall zum Opfer“, sagt Glitz. Daher kam nun auch ein Claas Axion 920 als schwere Zugmaschine dazu, schließlich gehe die Entwicklung weiter und ganz den Anschluss verlieren wolle man ja auch nicht. Auf zeitgemäße Technik muss aber auch auf den betagten Boliden nicht verzichtet werden. Denn auch auf Fendt und John Deere (liebevoll schlicht „Büffel“ genannt) hat Glitz selbst hydraulische GPS-Lenksysteme mit RTK-Korrektur nachgerüstet. „Wir sind technisch sehr affin, sonst könnte man so eine Strategie auch nicht fahren. Daher kaufen wir die meisten Maschinen gebraucht, um den Preisvorteil zu nutzen. Die nötigen Anpassungen oder Reparaturen übernehmen wir dann selbst“, erklärt Glitz.

Den ausführlichen Artikel mit vielen interessanten Bildern und jeder Menge Infos zum Betrieb finden Sie in der aktuellen traction.

Auch interessant