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Ausland

Langschnitt im Fokus

Alexander Conrad USA Shredlage
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Lena Kampschulte, traction
am
08.03.2017

Shredlage – der Trend zum Langschnitt ist momentan in aller Munde. Entstanden ist er in den USA. Alexander Conrad hat auf seiner Reise verschiedene Meinungen dazu eingefangen.

In Nordamerika ist der Trend zur Shredlage und zum Langschnitt seit einigen Jahren immer stärker vertreten. Doch es gibt auch viele kritische Stimmen. Alexander Conrad, der mit seinem Motorrad die USA durchquert, berichtet im Teil 10 seiner Reportage über die Meinung von einigen Landwirten und Lohnunternehmern aus Kalifornien, Indiana und Ohio zum Thema Shredlage. 

Bis 30 mm Schnittlänge

Alexander Conrad USA Shredlage

Aber was genau ist eigentlich Shredlage? Das spezielle Langschnitt-Verfahren soll die Strukturwirkung der Silage verbessern und die Verdaulichkeit der Stärke steigern. Dafür wird der Mais in eine Länge von 25 bis 30 mm gehäckselt, anstatt wie beim Kurzschnitt in eine Länge von 6 bis 8 mm. Speziell beim Shredlage-Verfahren von Claas kommt, im Unterschied zum klassischen Langschnitt, dafür ein spezieller Aufbereiter zum Einsatz, der das Häckselgut noch stärker auffasert. Auf Seiten der Technik wird dieses Verfahren z. B. durch eine geringere Anzahl von Häckselmessern an der Trommel oder eine Reduzierung der Drehzahl realisiert. Allerdings ist es auch bei diesem Verfahren erforderlich, sämtliche Körner anzuschlagen und aufzubereiten, was die Ansprüche an den Körner-Prozessor stark ansteigen lässt. Entstanden ist das Shredlage-Verfahren in den USA. Allerdings lässt sich das Verfahren nur schwerlich nach Deutschland übertragen, da hier mehr Gras verfüttert wird. 

Kaum Steigerung möglich

Alexander Conrad USA Shredlage

Wenig abgewinnen können dem Trend Shredlage die Deardorff Farms in Huntington/Indiana. Der Milchviehbetrieb bewirtschaftet etwa 1.200 ha Alfalfa sowie 400 ha Mais – allesamt Non-GMO. Geführt wird der Betrieb von Antony Deardorff und seinem Vater Mark. Die Milchquote liegt bereits bei über 32 kg/Tag. Mark und Antony betrachten den Trend von Beginn an eher kritisch. Eine gesteigerte Milchmenge konnten die beiden bei keinem ihrer Nachbarbetriebe, die das System einsetzen, feststellen. Ganz nach dem Motto "never change a running system" wollen die beiden nicht auf den Trend aufspringen. Studien von US-Agraruniversitäten geben den beiden Recht. Hier konnten bislang keine signifikanten Verbesserungen festgestellt werden, auch wenn sich die Tiergesundheit tendenziell etwas verbessern kann. Antony dazu: "Wir melken bereits mit 32 kg/Tag und setzen damit den Maßstab in unserer Region. Deshalb machen wir weiter wie gehabt."

Sie wollen mehr über den Trend Shredlage in den USA erfahren? In der aktuellen traction Ausgabe März/April 2017 finden Sie einen ausführlichen Bericht von Alexander Conrad mit verschiedenen Meinungen sowie seiner eigenen Einschätzung zum Thema.

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