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Ausland

Lohnarbeit im Maisgürtel

Externer Autor
am
10.03.2015

"Lass die Großen deine Arbeit erledigen!" – mit diesem Slogan wirbt Jacques Griessel aus dem südafrikanischen Hoopstad für seine Lohnarbeiten. Und das hat einen guten Grund: Denn für ihn arbeiten nicht weniger als zwölf bärenstarke ACO-Knicklenker, die auch auf der eigenen Farm zum Einsatz kommen.

{BILD:629032:jpg} Jacques Griessel kennt seine ACO-Knicklenker in- und auswendig. Das ist kein Wunder, denn er ist der Schwiegersohn des inzwischen verstorbenen ACO-Gründers Alph Coetzer. Von 1991 bis zum ACO-Bankrott im Jahr 1997 arbeitete Griessel in der Firma mit, gründete aber schon 1992 sein eigenes Lohnunternehmen. Aufgrund der damals starken Nachfrage nach ACO-Traktoren, die in der kleinen Manufaktur auf der Coetzer-Farm im südafrikanischen Hoopstad nicht befriedigt werden konnte, entdeckte er eine Marktlücke: Lohnarbeiten mit den bis zu 460 kW starken gelben Knickern. Die Geschäfte liefen die ersten Jahre gut und so konnte er 1998 die Coetzer-Farm auf einer Auktion aus der ACO-Insolvenzmasse herauskaufen. Seitdem ist hier die Zentrale seines Lohnunternehmens, aber auch seiner Farm.

Die Bodenbearbeitung im südafrikanischen Maisgürtel südwestlich von Johannesburg benötigt viel Kraft. Die Böden werden regelmäßig gelockert, oft 80 bis 100 cm tief. Dafür werden etwa 80 PS pro Zinken benötigt. Die Böden in der Region sind sehr speziell: 2 m dicker Sandboden, darunter eine wasserundurchlässige Dolomitschicht. Nur durch das Tiefenlockern kommen die Feinwurzeln an die wasserführende Schicht. Der Boden hat keine Quellfähigkeit und Frost gibt es nicht. So kann der natürlich dicht gelagerte Sandboden nur durch mechanische Tiefenlockerung erschlossen werden. „Früher wurden hier nur maximal 1,5 bis 2 t/ha Körnermais geerntet“, erinnert sich Griessel. „Dann stellte sich heraus, dass bei tiefer Lockerung des Bodens bis zu 4,5 t/ha Ertrag möglich sind.“

Zwölf Knicklenker hat Jacques Griessel heute im Einsatz. Sie leisten zwischen 270 und 350 kW und arbeiten vor Anbaubeetpflügen, Scheibeneggen und Tiefenlockerern. „Die Nachfrage nach Lohnarbeiten ging in den letzten Jahren stark zurück. Viele Farmer haben inzwischen leistungsstärkere Challenger-Raupentraktoren im Einsatz“, sagt der 47-Jährige.
 
Allgemein ist der landwirtschaftliche Dienstleistungssektor in Südafrika nicht besonders ausgeprägt. Denn es ist schwer, gut ausgebildete Ingenieure und Fahrer zu bekommen. Und die meisten Farmen sind personell wie auch mit Technik gut ausgestattet. Die Ersatzteilversorgung seiner ACOs übernimmt Griessel selbst. Ab und an kauft er defekte ACO-Traktoren auf und baut seltene Teile aus. „Ein Austauschgetriebe von Twin Disc würde heute 50.000 Dollar kosten. Das ist mehr als das Doppelte was ein ACO heute wert ist“, sagt Griessel. „Daher bauen wir die Getriebe selbst um, wenn wir mal eines benötigen.“ Auf seiner Farm finden sich denn auch fünf teils ausgeschlachtete ACOs als Teilespender. mu
 
Mehr über Griessel, sein Lohnunternehmen und die ACO-Schlepper lesen Sie in traction Ausgabe März/April 2015.
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