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Praxis

Der Lohni mit der Bärenmarke

LU Wendt
Felix Ammon
am
10.05.2019

Unter Schlüter-Enthusiasten ist das Lohnunternehmen Wendt weithin bekannt. Doch die Freisinger Bären werden zunehmend geschont, und sind daher nicht mehr so oft wie früher in freier Wildbahn zu erleben.

Den Anfang machte schon der Vater in jungen Jahren: 1957 saß er mit 17 Jahren auf einem Lanz 8 CS Mähdrescher und zog von Östringen bei Sinsheim aus mit der Ernte Richtung Schwarzwald. Dann kam ein 250er-Lanz, der mehrmals pro Saison einen Steckachsenbruch verkraften musste, weshalb die Marke bald wieder vom Hof ging. Der dritte Mähdrescher war dann ein Claas SF, der vierte ebenfalls. Danach folgten Matador Standard und Gigant, Senator und in den Siebzigern dann der erste Dominator 80, der zweite hatte bereits einen hydrostatischen Antrieb: „Der wurde schon sehr skeptisch beäugt. Wer damit arbeitete, wollte aber schnell nichts anderes mehr“, erzählt Roger Wendt heute. Der Vater verkaufte dann aber alles und wanderte 1979 nach Südafrika aus, der Sohn ging mit.

LU Wendt Lemken

Ein Jahr später aber kehrte er zurück nach Deutschland, der Schwarze Kontinent war einfach nicht seine Welt. „Nach der Bundeswehr habe ich dann wieder bei Null angefangen und einen günstigen Deutz D80 gekauft, den habe ich heute noch“, erzählt er stolz. Mit dem Sechszylinder fuhr er seine Presse bis ins 170 km entfernte Rottweil. Neben der Lohnarbeit hatte er noch einige Felder gepachtet und darauf Getreide mit der Hand gesät. 1981 kaufte er einen gebrauchten Dominator 80 und drosch damit im ersten Jahr 260 ha – für damals eine nicht zu verachtende Leistung. Damit war die Maschine sofort bezahlt. „Zu dieser Zeit lief das Finanzieren noch auf Vertrauen, zinslos, und nach der Kampagne hat man zusammen geschaut, wie man weitermachte.“ Für Wendt hieß das sofort einen weiteren Mähdrescher, da er bereits mit Aufträgen eingedeckt war bis zum Hals. Noch während der zweiten Saison kaufte er den dritten Saatengrünen, so hoch war die Nachfrage.

LU Wendt Schlüter

Da die moderne Technik aber immer schlagkräftiger wurde, waren in der Saison 2018 nur noch neun aktive Maschinen im Drusch unterwegs. „Heute ist es aber viel hektischer geworden, obwohl wir pro Maschine sogar weniger Fläche bearbeiten. Meine Kundschaft würde es auch nicht mehr dulden, wenn ich mit alten Dreschern auftauchen würde wie in meiner Anfangszeit“, resümiert Wendt. Auch beim Heupressen sei es früher gemütlicher gewesen, da wurde drei Tage im voraus Bescheid gegeben. Heute rufen seine Kunden um 10 oder 11 Uhr an und fragen, ob er mittags kommen könne. Die Bären aus Freising waren dabei schon immer fester Teil des Betriebs. Der erste S50 kam 1961 auf den Hof, der zweite war ein Super 750 mit Sechszylinder und Allrad. 1988 hatte man dann bereits einen 2000er mit 8-Zylinder Reihenmotor im Einsatz und einen neuen Super 1900 TVL Spezial gekauft, um im Lohn mit zwei 5-Scharern und einem 4-Scharer zu ackern, teilweise 80 bis 90 ha auf einem Betrieb.

Weitere Infos über das Einsatzgebiet und den Maschinenpark vom Lohnunternehmen Wendt gibt es in der aktuellen traction Ausgabe 03/19 zu lesen.

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