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Magnum: Ode an die 
Mechanik

Dieser Artikel ist zuerst in der traction erschienen.

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Matthias Mumme, traction
am
03.05.2016

Magnum - diese Case-IH-Baureihe steht für fast 30 Jahre technischen Fortschritt. Alt gegen jung, 1988 gegen 2016: Wer kann mehr? Wir haben zwei Modelle verglichen!

Vom Powershift-Zugtier zum stufenlosen High-Tech-Traktor mit Hybridfahrwerk: Das ist der legendäre Magnum von Case IH. 1987 wurde die Baureihe 7100 als Nachfolger der Standardschlepper International 50 der Öffentlichkeit präsentiert; 1988 dann startete die Serienproduktion. Es war der Beginn einer weltweiten Erfolgsgeschichte, in der sich einiges getan hat. Um zu entdecken, welche Entwicklung der Traktor genommen hat, haben wir einen Magnum 7120 mit einem Magnum 340 EP verglichen.

Der Magnum 7100 deckte mit zunächst vier, später fünf Modellen einen Bereich von 155 bis 246 PS bzw. 264 PS Maximalleistung ab. In Sachen Motor und Getriebe gab es bis heute viele Veränderungen. Nicht nur die Leistung wurde auf mittlerweile über 400 PS gesteigert. In den frühen Magnums setzte Case IH noch auf Cummins-Motoren, während heute Aggregate aus dem eigenen Haus, nämlich von Fiat Powertrain (FPT), zum Einsatz kommen.

Interessant für uns war auch der Vergleich der Verbrauchswerte von 1988 und 2016. Dafür zogen wir Messdaten der Nebraska- Schleppertestlabors heran, die bereits seit gut 100 Jahren Messungen an Traktoren durchführen. Große Überraschung: Viel getan hat sich hier in 25 Jahren auf den ersten Blick nicht. Das liegt zum einen an den zahlreichen Nebenverbrauchern in den modernen Magnums, aber vor allem an den drastisch gesenkten Abgasemissionen. Effizientere Verbrennung ja – aber vor allem zur Senkung der Abgasemissionen. Höhere Einspritzdrücke und geregelte Einspritzzeiten ja – aber vor allem, um mehr Leistung aus weniger Hubraum zu holen und damit Bauraum und Gewicht einzusparen.

Mehr Traktion und Elektronik

Der Magnum 7100 war nach den Grundsätzen eines Standardschleppers entwickelt worden. Motor und Getriebe waren als tragendes Element zusammengeflanscht; der Motor war hinter der Vorderachse angebracht. Später befand sich der Motor direkt über der Vorderachse. Dadurch gibt es vorne mehr Platz für die gewachsenen Kühlerpakete und die Räder können dank der Wespentaille enger einschlagen. Dieses Konzept behielt man bei Case IH bis heute bei.

Mehr PS verlangten aber im Laufe der Jahre nach größeren Rädern. Die Magnum 7100 liefen serienmäßig mit 16.9 R30 vorne und 20.8 R42 hinten vom Band – zumindest für den deutschen Markt. Heute gibt es als Standard vorne 600/70 R30 und hinten 710/70 R42. Auf der Hinterachse sind bis zu 2,25 m Außendurchmesser möglich.

Bis auf ein einfaches Diagnosesystem mit Digitalanzeigen im Cockpit, einem Allradmanagement und der elektronischen Hubwerksregelung besaßen die 7100er kaum Elektronik. Heute stecken elektronisch gesteuerte Einspritzung, SCR-Abgasreinigung, variable Turboladergeometrie, elektronisch freigeschalteter Boost, elektrohydraulische Steuerkreise, Load-Sensing- Hydraulik, ISOBUS, Schaltautomatik, Grenzlastregelung, Transportdrehzahl usw. unter der Haut der aktuellen Magnums – mit all ihren Vor- und Nachteilen.

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