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Es kann nur einen geben!

DX 430 traction
Meyer
am
08.07.2017

Oder doch nicht? Vom DX 430 existierten vier Prototypen, heute ist noch einer davon im Einsatz. Wir haben uns das Unikat näher angeschaut.

Kooperation mit Schlüter

DX 430 traction

Der DX 430 sollte für den nordamerikanischen Markt entwickelt werden. Die Deutz-Fahr-Konzernmutter KHD war seinerzeit am US-amerikanischen Traktorenbauer Steiger beteiligt, schaffte mit den DX -Standardtraktoren aber nicht so recht den Markteintritt in den USA und Kanada. Abhilfe sollte ein leistungsstärkerer Trac schaffen. Diese basierte zwar auf dem DX 230, für den Unterbau setzte man sich jedoch mit Schlüter in Freising ans Reißbrett. Schlüter hatte man Anfang der 1980er-Jahre die neue Super Trac-Baureihe auf den Markt gebracht, die sich gut für das Vorhaben von Deutz-Fahr zu eignen schien. Gesagt, getan: Von 1981 bis 1982 wurde der erste Prototyp in Freising aufgebaut. Schlüter nutzte seinerseits die Arbeit an den Traktor dafür, ein neues Topmodell für seine Super Trac zu entwickeln: den 2500 VL, der etwas später als der DX 430 fertiggestellt wurde.

Gelegenheit genutzt

DX 430 traction

Insgesamt wurden laut dem ehemaligen Deutz-Fahr-Entwicklungs- und Versuchsingenieur Lothar Fritz vier Prototypen des DX 430 gebaut – zwei davon jedoch nur in Teilen. Zum Verbleib der drei anderen ist nichts bekannt, ein Exemplar sicherte sich jedoch Josef Eder aus dem niederbayerischen Hengersberg. Anfang der 1990er-Jahre suchte er einen leistungsstarken Traktor für die Maisernte mit seinem Anbauhäcksler, und stieß über einen Intrac-Stammtisch auf den in Köln Porz eingemotteten DX 430. Gerade einmal 37 Betriebsstunden hatte der Bolide damals auf der Uhr. Die Türen fehlten, sie ersetzte Eder mit Eigenbauten. Und auch für seinen geplanten RüFa-Einsatz mussten Umbauten vorgenommen werden: Da das ZF-Lastschaltgetriebe nicht für derartige Rückwärtsarbeiten ausgelegt war, baute Josef Eder einfach parallel einen zweistufigen Hydrostaten ein. Dieser arbeitet bis heute einwandfrei, allerdings wird der Schlepper heute fast nur noch zum Walzen auf dem Gras- oder Maissilo eingesetzt. Dafür drehte Josef Eder die Räder der Hinterachse einfach um, damit die Spur breiter wird und der Schlepper besser an die Silokanten heran kommt und stabiler steht.

Mehr über den Deutz-Fahr DX 430 erfahren Sie im 8-seitigen Bericht in traction Ausgabe Juli/August 2017.

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