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Ausland

Rapsanbau im Iran: Ein Land im Wandel

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Lena Kampschulte, traction
am
07.03.2019

Die Landwirtschaft im Iran ist vielfältig – seit ein paar Jahren werden auch Erfahrungen im Rapsanbau gesammelt. Ein Lagebericht.

Kooperation von DLG & dem Iran

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Safran, Pistazien, Früchte, Datteln und Nüsse – die Landwirtschaft im Iran ist viel­fältig. Seit ein paar Jahren werden auch Erfahrungen im Winterraps gesammelt. Unterstützung und Know-how kommen von der DLG und Mitarbeitern der FH SWF Soest. Die Zusammenarbeit wurde im Jahr 2016 vereinbart. Im Rahmen dieser Kooperation fanden im März 2018 zwei Expertenworkshops zum Rapsanbau im Iran statt. Ziel war es, den iranischen Anbauberatern den deutschen Rapsanbau näherzubringen und daraus mögliche Entwicklungschancen für den iranischen Anbau abzuleiten. Der Workshop wurde durch die DLG-Akademie zusammen mit dem iranischen Landwirtschaftsministerium organisiert. Für die Durchführung vor Ort reisten Dr. Bernhard C. Schäfer, Professor an der Fachhochschule Südwestfalen in Soest, sowie die beiden wissenschaftlichen Mitarbeiter Jonas Thiel und Dirk Schulte-Steinberg jun., die beide auch praktizierende Landwirte sind, an die beiden Schulungsstandorte Dezful und Gorgan.

Technik im Iran

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Die Technik im Iran ist zum größten Teil älteren Jahrgangs. Auf den besuchten Betrieben waren vor allem ältere Traktoren der Marke John Deere im Einsatz. Zum Teil waren aber auch neuere Nachbauten von Massey Ferguson aus der Türkei zu sehen. Anbaugeräte sind überwiegend älter. Die verwendeten Drillmaschinen sind fast ausschließlich Lizenznachbauten des ehemaligen deutschen Herstellers Hassia, der 1991 Konkurs anmeldete. Neuere Maschinen kommen überwiegend von türkischen oder iranischen Herstellern. Auf dem besuchten Staatsbetrieb werden sämtliche Maschinen in der eigenen Werkstatt repariert und instandgesetzt. Das reicht von Kleinigkeiten wie der Montage von neuen Reifendecken auf die Felgen, über kleinere und größere Schweiß- und Fräsarbeiten bis hin zur kompletten Motorinstandsetzung mit dem Honen von Zylinderbuchsen. Neue Mähdruschtechnik in Form von mehreren Claas Tucano wurden über einen Lohnunternehmer eingeführt und zur Verfügung gestellt (in drei Jahren wurden ca. 3.000 Motor-Stunden auf die Maschinen gefahren). Die anhaltenden Sanktionen machen es den iranischen Landwirten allerdings schwer, neuere ausländische Technik zu beziehen.

"Made in Germany"

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Auf Grund seiner Größe und den verschiedenen Klimazonen hat der Iran landschaftlich und landwirtschaftlich viel zu bieten. Auch durch die Historie bietet das Land einiges an Sehenswürdigkeiten. Die Menschen sind sehr freundlich, interessiert und sehr aufgeschlossen, besonders Deutschen gegenüber. „Made in Germany“ hat einen hohen Stellenwert und wird mit Qualität verbunden.  

Sie wollen mehr über den Rapsanbau im Iran erfahren? In der aktuellen traction finden Sie den ausführlichen Bericht mit vielen interessanten Bildern und allen Infos zum Spezial-Anbauverfahren im Iran.

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