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Betriebe

Rüben und Gülle

Externer Autor
am
13.01.2015

Es begann vor 18 Jahren mit einem gebrauchten Mähdrescher, der noch bei anderen Landwirten ausgelastet wurde. Heute ist das Lohnunternehmen Alexander Marquardt in Mecklenburg-Vorpommern als Dienstleister mit 18 Angestellten fast ganzjährig bei seinen Kunden aktiv.

{BILD:624497:jpg}Gerade organisiert Lohnunternehmer Alexander Marquardt am Handy den Einsatz einer seiner beiden Rübenaufbereitungsketten für eine Biogasanlage in der Nähe von Wolfsburg. "150 km wären für uns deutlich zu weit zu fahren, nur für einen Tag Gülle vom Silo zum Acker bringen und einarbeiten. Aber eine Woche lang Rüben waschen und häckseln für einen Biogasanlagenbetreiber dort - das passt." Für diese Dienstleistung gibt es bislang in Deutschland nur wenige Anbieter. "Ich habe damit bis weit in den Winter hinein Arbeit für einige Mitarbeiter. Ab November dürfen die ja keine Gülle mehr ausbringen." Alexander Marquardt bietet neben der Gülleausbringung alle Arbeiten rund um die Rübenernte an: Roden, Laden, Transportieren, Waschen und Zerkleinern bis hin zur Aufbereitung für Biogasanlagen.
 
Seit 2006 ist Alexander Marquardt als Lohnunternehmer in Hülseburg selbstständig, 35 km südwestlich der Mecklenburg-Vorpommerschen Landeshauptstadt Schwerin. Vorher hat er in einem Autohaus gelernt und gearbeitet. Und zur Erntezeit saß er auf einem Drescher des Lohnunternehmens vom Vater. Übers Jahr ist Vater Jürgen Marquardt mit dem Handel von Uhrmacherbedarf beschäftigt. Ein paar eigene Flächen und die entsprechende Portion Technikbegeisterung führten dazu, dass Nebenerwerbslandwirt Jürgen Marquardt 1996 einen gebrauchten Mähdrescher kaufte, um selbst zu ernten. Um die Maschine auszulasten, kam der Drusch bei anderen Landwirten dazu. Ganze 50 ha waren es im ersten Jahr. Heute sind die eigenen Flächen verpachtet, aber Jürgen Marquardt ist im Sommer noch immer als Lohnunternehmer mit drei modernen Mähdreschern und einer mobilen Getreidemühle aktiv.
 
Auftragsakquise und Organisation managt inzwischen Sohn Alexander über sein Lohnunternehmen. „Mein Wunsch, meinen Urlaub auf dem Drescher zu verbringen, passte nicht mit der Arbeit als Angestellter im Autohaus zusammen. So habe ich mich dann für die Landtechnik entscheiden und 2006 die erste Gülletechnik gekauft. Mit dem Bau von Biogasanlagen gab es damals immer mehr Substrate auszubringen und viele Landwirte waren froh, nicht auch noch in Gülletechnik investieren zu müssen. So hatte ich einen guten Start.“ von Thomas Gaul und Jörg Möbius

Wie sich das Lohnunternehmen von Alexander Marquardt entwickelt hat, lesen Sie in der Ausgabe Januar/Februar 2015 der traction.
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