Login
Hobby

Die Russen sind los

Externer Autor
am
11.07.2014

Beim jährlichen „Russentreffen“ versammeln sich die Exoten der Ostblock-Landtechnik im sächsischen Oberlungwitz. Dieses Jahr standen legendäre Knicklenker wie der Kirovets K-700 im Scheinwerferlicht.

Eigentlich verdient Jens Judefeind sein Geld im Lkw-Transportwesen. Auf 8 ha betreibt er nebenbei eine kleine Landwirtschaft, auf der auch ein Schlachtschiff arbeitet, das dafür etwas überdimensioniert scheint: ein 350-PS-starker K-744 aus dem 
Hause Kirovets. „Irgendwann sollen es aber einmal 50 ha werden“, erklärt uns der Osttechnik-Fan auf dem „9. Russentreffen“ im sächsischen Oberlungwitz. Und er hat sogar noch einen zweiten Russenknicker, der eine echte Rarität ist: Ein T011-Radlader auf Basis des K-701 – laut Aussage des Besitzers ist dieses Exemplar aktuell die einzige solche Variante in Deutschland.

Insgesamt haben es über 300 Traktoristen auf die Wiese am Sachsenring geschafft, die diesjährige Knicklenker-Sonderschau umfasste etwa 50 Maschinen aus vielen Teilen des ehemaligen Ostblocks. Neben dem K-744 stand ein K700A der gleichen Marke. Zum Einsatz kam dieser 13-t-Koloss vor allem im Maissilo; die 230 PS zogen zudem die Herbstfurche in die Felder. Das Russentreffen ist für den Fahrer eine gute Gelegenheit, sich mit Gleichgesinnten bei einem Bier auszutauschen.

Verantwortlich für das Treffen ist Andrea Werner. „Ich bin Veranstaltungsspezialistin; Mann und Sohn sind Nebenerwerbslandwirte – und traktorverrückt. Vor neun Jahren haben wir das mit der Idee zum Russentreffen kombiniert“, erklärt die Veranstalterin. Inzwischen hat sich das Event zu einem überregional bekannten Treffen mit über 5.000 Besuchern entwickelt. Man wolle aber nicht nur eingefleischte Fans anlocken, sondern Unterhaltung für die ganze Familie bieten, aus der Stadt und vom Land. Daher stehen auf dem Rahmenprogramm neben der Band im Zelt auch Fahrten für Kinder, Geschicklichkeitsfahren, Traktorwippe und eine Sonderschau, die alle zwei Jahre besondere Ostexoten zeigt. 2012 wurde diese Ehre beispielsweise den ungarischen Dutra-Traktoren zuteil; in diesem Jahr lag der Fokus auf den Knicklenkern. von Tobias Meyer

Die vollständige Reportage und die Bilder dazu sehen Sie in traction Ausgabe Juli/August 2014.
Auch interessant