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Dieser Trac ist „IN“

Externer Autor
am
21.08.2014

Die letzte IN trac-Baureihe wurde nur zwei Jahre lang produziert. Das ist eine der kürzesten Epochen des internationalen Traktorenbaus. Wolfgang Manz aus Stödtlen ist Fan der Tracs, und besitzt einen 6.60 turbo in perfektem Zustand.

Die letzte IN trac-Baureihe wurde nur zwei Jahre lang produziert. Das ist eine der kürzesten Epochen des internationalen Traktorenbaus. Wolfgang Manz aus Stödtlen ist Fan der Tracs, und besitzt einen 6.60 turbo in perfektem Zustand.
Man schrieb das Jahr 1970, als bei Deutz in Köln eine wegweisende Entwicklung ihren Lauf nahm, die zwei Jahre später als Intrac der Öffentlichkeit vorgestellt werden sollte: ein Geräteträger mit drei Anbauräumen und einer Kabine mit Schiebetüren, die über der Vorderachse saß. Lange hatte man beim Kölner Traktorenbauer zugesehen, wie die Konkurrenz von Fendt (GT-Einmannsystem), Mercedes-Benz (Unimog) und anderen erfolgreich Systemtraktoren verkaufte. Nun wollte man selbst mitmischen.

1972 wurden der Intrac 2002 mit 51 PS und 3-Zylinder-Motor und der Intrac 2005 mit vier gleichgroßen Rädern und 80 PS (aus einem 5-Zylinder-Diesel) vorgestellt. Doch schon Ende der 70er-Jahre zeigte sich eine deutliche Abschwächung der Nachfrage, vor allem weil der Intrac vergleichweise teuer war. Zudem waren leistungsstärkere Traktoren gefragt. 1987 gründete Deutz mit Mercedes-Benz die Trac-Technik-Entwicklungsgesellschaft (TTE), um gegen die rückläufigen Stückzahlen anzukämpfen und neue wegweisende Trac-Konzepte zu entwickeln. Gemeinsame Entwicklungen der TTE blieben entweder auf Papier gebrachte Visionen oder einmalige Prototypen. Das Jahr 1990 brachte dann das endgültige Aus für den Intrac beziehungsweise in neuer Schreibweise ab 1987 „IN trac“.

"Beim Pflügen macht der IN trac 6.60 eine gute Figur.“

Doch einige Relikte dieser Zeit sind noch heute im Einsatz: Wolfgang Manz hat seinen 6.60 turbo von einem Landwirt abgekauft und komplett überarbeitet. Der 6.60 turbo war mit 150 PS Nennleistung der größte in Serie gebaute Typ der Baureihe. Technisch basierte der Schlepper auf dem DX-6.50-Standardtraktor. Als Motor wurde das gleiche Baumuster BF6L 913 mit 6,1 l Hubraum verwendet, jedoch der Tankinhalt von 150 l auf für damalige Zeiten üppige 270 l vergrößert und die Motornennleistung leicht erhöht. „Als ich meinen IN trac bekam, waren zwei Zylinder eingelaufen, vermutlich wegen Überhitzung. Da sind die Luftgekühlten halt sensibel. Über den Winter haben wir also die Kolben und Büchsen getauscht und ihn so wieder zum Leben erweckt“, berichtet der heutige Besitzer. Über den Winter wurde der IN trac außerdem komplett zerlegt und neu aufgebaut. Neben allen Anbauteilen, die heute in Deutz-Fahr-Grün erstrahlen, wurde auch der Rahmen schwarz lackiert.

Heute strahlt der IN trac 6.60 nicht nur äußerlich in neuem Glanz. Sauber beschleunigt der Deutz auf über 40 km/h und hängt gut am Gas. Das Fahrgefühl ist gänzlich anders durch die Sitzposition, doch nicht unkomfortabel. Trotz fehlender Vorderachs- oder Kabinenfederung verhält sich der IN trac gut auf der Straße; auch Schlaglöcher steckt er mit der großen Bereifung gut weg. Neben seiner Hauptaufgabe, Brennholz aus dem Wald zu holen, gibt es noch mehr zu tun: „Mein Bruder Eugen bertreibt einen Milchvieh- und Ackerbaubetrieb. Hier kann ich mit dem IN trac und einem Muldenkipper bei der Silagebergung mit anpacken. Aber auch beim Pflügen mit einem 5-Schar-Variopflug macht der IN trac 6.60 eine gute Figur“, so Manz. mu & ksch

Den vollständigen Bericht zum IN trac von Wolfgang Manz, seiner Entwicklung den technischen Details lesen Sie in der traction-Ausgabe September/Oktober 2014. Weitere Bilder des 6.60 finden Sie in unserer Bildergalerie.

Alle traction-Ausgaben können Sie hier einzeln bestellen.
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