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Hobby

Unkaputtbarer Ungar

Externer Autor
am
26.05.2014

Der Rába 250 aus Ungarn nutzte ein US-amerikanisches Steiger-Chassis und einen lizenzierten MAN-Motor. Wie gut diese Kombination funktionierte, zeigen die heute noch im Einsatz befindlichen Knickschlepper mit fünfstelligen Zählerständen.

Der Rába 250 aus Ungarn nutzte ein US-amerikanisches Steiger-Chassis und einen lizenzierten MAN-Motor. Wie gut diese Kombination funktionierte, zeigen die heute noch im Einsatz befindlichen Knickschlepper mit fünfstelligen Zählerständen.
Rába begann 1973 mit der Lizenzfertigung seines meistgebauten Knicklenkers, dem Rába-Steiger 250. Von Steiger wurden jedoch nur Maße und Design von Rahmen und Kabine übernommen. Der Kraftheber ist eine Eigenentwicklung. Ebenso wurde der ursprünglich im Steiger Cougar verwendete Cummins-Motor durch ein Aggregat in MAN-Lizenz mit sechs Zylindern und Turboaufladung ersetzt. Beim Getriebe entschied man sich wie im Original-Steiger für ein einfaches 10+2-Schaltgetriebe mit hohem Wirkungsgrad. Es ist extrem robust – denn es wurde auch in Militärfahrzeugen eingesetzt. Noch heute schwören viele ungarische Betriebe auf die auffällig gelben Traktoren.

10.000 Betriebsstunden

Zoltán Oláh besitzt einen der unverwüstlichen Kolosse. Er bewirtschaftet in Tiszacsege östlich von Budapest einen Familienbetrieb mit 250 ha Ackerland, 100 Fleischrindern und 2.000 Schafen. Den Rába 250 hat er gebraucht gekauft. „Er ist schon 32 Jahre alt, auch wenn man es ihm nicht ansieht“, berichtet Oláh stolz. 10.000 Betriebsstunden hat der 250-PS-Knicki auf der Uhr; das ist nicht viel angesichts seines Alters. Trotzdem hat Oláh den Schlepper 2012 komplett restauriert. „Technisch war nicht viel zu machen, nur der Turbolader wurde ausgetauscht. Nach 32 Jahren hatte die Optik stärker gelitten. Wir haben den Rába komplett neu lackiert, sodass er heute wie neu aussieht.“ Zoltán Oláh setzt den Rába 250 überwiegend für die Bodenbearbeitung ein und schwört auf die alte Technik. Auch das Panzergetriebe ist „unkaputtbar“, hat aber so seine Tücken. „Die Schaltung ist sehr mühsam, nichts für lange Arbeitstage. Wir werden es wohl gegen ein moderneres Powershift-Getriebe austauschen“. mu

Die ganze Geschichte des Rába lesen Sie in traction Ausgabe Mai/Juni 2014.
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