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Praxis

Voll auf dem Schlauch

Agrometer_Gülleausbringung
Matthias Mumme, traction
am
04.09.2019

Mit schlagkräftiger Technik aus Dänemark will die Gromatec GmbH im Weimarer Land die bodenschonende Gülleverschlauchung etablieren.

Frühe Anfänge

Gromatec_Zöller

Die Ausbringung von organischen Flüssigdüngern mit dem Verschlauchungsverfahren bietet viele Vorteile. So sind durchgängig hohe Ausbringmengen möglich, und dank vergleichsweise geringer Gewichte, weniger Überrollungen sowie kontinuierlicher Fahrspuren ohne Wendemanöver wird der Boden geschont. Jedoch: Die Technik ist teuer, braucht gute Fahrer und ist noch mit Vorurteilen belegt. Dagegen will Frederic Zöller kämpfen. Der 31-jährige Agraringenieur ist seit 2018 Geschäftsführer der Gromatec GmbH im Weimarer Land, die neben anderen Dienstleistungen seit diesem Jahr auch die Gülleausbringung ins Portfolio aufgenommen hat. Zwar ist schon seit Jahren in der Region ein Wettbewerber mit Gülleverschlauchung aktiv, jedoch ist die Gromatec der erste Dienstleister mit Haspel-Verschlauchungstechnik. Auch heute noch muss sich das Verfahren stets von Neuem beweisen, doch Frederic Zöller ist von den Vorzügen überzeugt. Ärgerlich für ihn ist jedoch, dass die teure Technik nur für Landwirte förderfähig ist – nicht aber für Lohnunternehmer. Darin sieht er einen Fehler im System, denn die schlagkräftige Technik ist für einen einzelnen Landwirtschaftsbetrieb kaum auszulasten und kaum gegenfinanzierbar. Und so muss er die höheren Preise gegenüber konventionellen Ausbringverfahren stets mit handfesten Argumenten rechtfertigen.

Mehrere Kilometer kein Problem

Gülleverschlauchung_Agrometer

Die Verschlauchungstechnik der Gromatec GmbH besteht aus einem 60 Kubikmeter großen mobilen Feldrandcontainer, einer SRS 1200-Haspel mit 600-m-Schlauch und 12 m breitem Schlitzgerät von Veenhuis/Zunhammer, einem FP 3000-Frontbehälter als Zwischenspeicher für das Drehen am Vorgewende (wo weiterhin Gülle zum Ausbringgespann gepumpt, aber nicht ausgebracht wird), zwei Schlauchtrommeln mit jeweils 1.000 m Schlauch und einem John Deere 7290R. Feldrandcontainer und Ausbringgespann kommunizieren via Funk – so kann der Fahrer beispielsweise den Abgabedruck am Pumpenmotor ablesen und die Fahrgeschwindigkeit bei zu starkem Druckabfall reduzieren, um die Ausbringmenge konstant zu halten. Die Pumpenleistung ist laut Frederic Zöller jedoch selbst bei großen Entfernungen zwischen Container und Ausbringgespann selten nicht aureichend – und das können im Extremfall bis zu 2,5 km mit geringen bis starken Steigungen sein. Die Flächen und die Position des Feldrandcontainers sowie der Zuführschläuche muss dennoch mit Köpfchen geplant werden, denn Wunder kann die Technik auch nciht vollbringen.

Mehr zur Gromatec GmbH und ihrer Verschlauchungstechnik lesen Sie in traction Ausgabe September/Oktober 2019.

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