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Trends & Wissen

Arbeit mit App-Sicht

Externer Autor
am
12.01.2016

Rein in die Kabine, Tablet-PC in die Halterung und los geht’s: nicht etwa E-Mails lesen, chatten oder eine Schlagkartei öffnen, sondern Maschinen bedienen. Könnten iPad und Co. die Terminals ablösen? Wir zeigen, was mit Tablets möglich ist – und was (noch) nicht.

Eine App für den Traktor, eine App für jedes Anbaugerät, eine App zur Dokumentation und so weiter – und das alles auf einem flachen, tragbaren Tablet-Computer. Darin sehen manche Hersteller die Zukunft der Maschinensteuerung und eine technische Lösung, mit der sich Smart Farming verwirklichen lässt. Denn trotz des Potenzials der datenbasierten Präzisionslandwirtschaft, hat sie sich (noch) nicht flächendeckend durchgesetzt. Gründe dafür sind beispielsweise die komplexen Funktionen und die fehlende Kompatibilität von Maschinen, Terminals und Dokumentationsprogrammen.

Dass vermehrt Tablet-PCs in der Traktorkabine genutzt werden, könnte der Entwicklung neuen Schwung geben. Sie haben den Terminals vieles voraus: Sie haben meist bessere Prozessoren und damit eine höhere Rechenleistung – können also Prozesse besser und schneller darstellen. Sie lassen sich intuitiv bedienen und sind in der Regel günstiger. Und man kann sie vielseitig verwenden: Jeder Hersteller könnte anstelle eines eigenen Terminals eine App für Tablets bereitstellen. So bräuchte man nur ein Anzeigegerät für alle Maschinen. Nebenbei könnte man auf dem Tablet noch E-Mails oder die Wettervorhersage abrufen und abends auf der Couch das traction-eMagazine lesen.

Sicherheit und Bedienung

Aus diesen Gründen haben einige Hersteller auf der Agritechnica 2015 marktreife Apps für Tablet-PCs zur Maschinensteuerung vorgestellt. Dazu mussten sich die Entwickler auch mit den Herausforderungen der Tablet-Steuerung auseinandersetzen. Ein mögliches Problem bei der Bedienung ist die Haptik: Wenn die Kabine holpert, ist die Steuerung über Knöpfe und Taster leichter als über die glatte Oberfläche eines Touchscreens.
 
Ein weiteres Problem ist die funktionale Sicherheit. Sie ist über die ISO-Norm 25119 definiert und muss vom Hersteller bewiesen werden. Wer an einem PC arbeitet, kann mögliche Szenarien erahnen: Die WLAN-Verbindung bricht ab. Der Rechner stürzt ab. Gespeicherte Einstellungen sind nicht mehr vorhanden. Der Rechner widmet seine gesamte Leistung gerade anderen Programmen. Nach einem Software-Update funktionieren bestimmte Programme nicht mehr richtig – und so weiter.
 
Und schließlich muss das Tablet noch für die landwirtschaftlichen Bedingungen geeignet sein: Es sollte also vor Staub, Stößen und Spritzwasser geschützt werden. Das kann der Anwender aber selbst in die Hand nehmen und Schutzhüllen für sein Gerät bestellen. Zweckdienliche Hüllen gibt es für rund 100 Euro zu kaufen. Maschinen- und Softwareentwickler verfolgen verschiedene Ansätze, um diese Herausforderungen zu meistern. je
 
In traction-Ausgabe 01/2016 lesen Sie, welche Apps und Tabletlösung zur Maschinensteuerung schon verfügbar sind.
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