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Marktübersicht

Aufbruch-Stimmung

Marktübersicht Tiefenlockerer
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Alexander Brockmann, traction
am
13.07.2017

Das tiefe Lockern des Bodens gehört auf vielen Standorten klar zu den sinnvollen und ertragssteigernden Bodenbearbeitungsmaßnahmen. Das Angebot an Geräten reicht vom leichten Einzinker bis zu schweren, gezogenen Profi-Lockerern mit umfangreicher Ausstattung.

Marktübersicht Tiefenlockerer

Zunehmend setzt sich die Erkenntnis durch, dass eine gezielte Lockerung des Bodens nicht nur Schadverdichtungen beseitigt, sondern auch allgemein die Wasserinfiltration, das Wurzelwachstum der Anbaukulturen und die Nährstoffverfügbarkeit des Bodens verbessern kann. Ebenso findet ein aktiver Gasaustausch zwischen den Schichten, bis hin zur Oberfläche statt. Bekanntlich neigen einige Böden zu einer natürlichen Verdichtung, zudem wurde auf vielen pfluglos wirtschaftenden Betrieben überwiegend flach gearbeitet. Doch irgendwann muss man auch mal an tiefere Bodenschichten heran, ohne das Bodengefüge „umzudrehen“ oder durch einen zu starken Mischeffekt zu zerstören.

Wie groß, schwer und breit das Gerät sein muss, hängt vom Einsatz ab. Wer nur seine Fahrgassen auf bis zu 50 cm Tiefe auflockern möchte, kommt mit einem einfachen zwei- bis dreizinkigen Gerät klar. Die Gewichtsklasse wird generell nicht nur durch die Arbeitstiefe, sondern auch durch die Bodenart- und den Bodenzustand vorgegeben. Die schwersten dreipunktangebauten Tiefenlockerer wiegen (mit Nachläufern) nicht selten 1,5 t/m Arbeitsbreite, um einerseits einen sicheren Selbsteinzug und andererseits eine ausreichende Stabilität zu gewährleisten. Einsteigergeräte kommen mit 175 kg/m oder noch weniger Gewicht aus. Der Mindestleistungsbedarf liegt bei allen Herstellern zwischen 20 und 50 PS/Zinken, wobei sich die maximalen Arbeitstiefen von nur 30 cm bis hin zu 130 cm weit streuen.

Bauformen und -typen

Für den gleichzeitigen Einsatz mit Drillmaschinen wurden spezielle Vorlockerer konzipiert, die im Heck eine Dreipunktaufnahme für die Säkombination besitzen. Natürlich können die Vorlockerer auch solo verwendet werden. Für den einfachen Gebrauch kommen einbalkige Tiefenlockerer in Frage. Sie dienen häufig als Tiefenhaken, um beispielsweise verdichtete Spuren/Fahrgassen aufzubrechen. Ebenfalls zu den einfachen Geräten zählen v-förmige Tiefenlockerer. Dabei ist der Balken nicht parallel zum Dreipunkt befestigt (wie etwa bei den Vorlockerern), sondern mittig geteilt und schräg nach hinten gespreizt. Die angeflanschten Zinken liegen somit nicht auf einer Höhe. Schwere Tiefenlockerer gehören zu den professionellen Maschinen, die durch spezielle Zinken mehrere Funktionen erfüllen. Sie lockern tiefere Verdichtungen, durchmischen den Oberboden, ebnen ein und krümeln und rückverfestigen in einer Überfahrt. Andere Hersteller bieten für diesen Einsatz Kombigeräte an, die sowohl vorne einfache Zinken zur Tiefenlockerung haben, als auch anschließend ein Kurzscheibensegment für die oberflächliche Durchmischung oder den Stoppelsturz. Zur Rückverdichtung nach der Bodenbearbeitung folgt eine Walze.

Werkzeugvielfalt

Marktübersicht Tiefenlockerer

Leichtere Tiefenlockerer mit überwiegend einer und selten zwei Zinkenreihen setzen eher auf eine an Grubberzinken orientierte Form, oder auf geradlinige und seitlich gewundene Zinken. Die geradlinigen Zinken, auch Meißelzinken genannt, verhindern, dass nährstoffarmer Boden aus tieferen Bodenhorizonten an die Oberfläche gehoben wird. Die seitlich gebogenen Zinken lockern die Verdichtungen seitlich und aufwärts mit Spalten und kleinen Rissen auf, aber ohne den Boden dadurch zu mischen. Schwere Profi-Geräte hingegen sind eher mit wenig gewundenen, spitz nach vorne gerichteten Zinken ausgerüstet. Diese bieten ein ausgezeichnetes Einzugsverhalten auch unter trockenen Bedingungen. Die dreigeteilten Zinken haben in jedem Teilstück einen anderen Winkel und erreichen für jede Bodenschicht den passenden Bearbeitungseffekt.

Überlastschutz

Als Schutz gegen Überlast gibt es prinzipiell zwei Bauformen – Scherbolzen oder automatische Steinsicherungen. Bekannt aus dem Grubbersegment, schert bei dem einfachen System ein Bolzen oder eine Schraube bei Überlast ab. Für „steinreiche“ Böden werden Tiefenlockerer mit einer automatischen Steinsicherungen empfohlen. Die verfügbaren Steinsicherungen teilen sich in mechanische und hydraulische Varianten auf. Das mechanische System kann aus Blattfedern oder Spiralfedern bestehen. Bei hydraulischen Steinsicherungen kann via Steuerventil ein höherer/niedrigerer Druck in das System gegeben werden, um auf unterschiedliche Bodenbedingungen reagieren zu können. Exotisch sind hingegen Gasdruckfedern an den Zinken, die diese vor Überlast schützen sollen.

Den ausführlichen Bericht zum Themenkomplex Tiefenlockerung lesen Sie in der traction Ausgabe Juli/August 2017.

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