Login
Trends & Wissen

Aussaat nach Karte

Externer Autor
am
13.07.2015

Teil 4 unserer Precision-Farming-Serie: Wer gleichmäßige Bestände möchte, muss mit der richtigen Aussaat beginnen. Dazu muss man nach Bodenqualität und aus Erfahrung wird eine Aussaatkarte am Computer erstellen.

Wer seinen Ackerboden kennt, konnte die Saatmengen schon immer ein wenig anpassen. Mit moderner Technik funktioniert das heute vollautomatisch: Der Landwirt lädt eine digitale Saatkarte, über GPS wird die festgelegte Aussaatmenge an die Regeltechnik der Sämaschine weitergegeben und diese passt die Saatmenge entsprechend der Saatkarte an. Auf den schwereren Bodenteilstückchen arbeiten erfahrene Betriebe mit Saatmengenzuschlägen von bis zu 100 Prozent bezogen auf die jeweilige Grundsaatmenge. Auf sandigeren Kuppen dagegen, die außerdem weniger Wasser liefern, reichen beispielsweise 60 Prozent Saatgut.
 
Doch dazu muss man erst einmal eine Saatkarte haben. Als Basis dienen bei vielen Anwendern Boden- und Reliefkarten, die mit dem Bodenscanner EM 38 erzeugt werden. Mit diesem Messgerät wird die scheinbare elektrische Leitfähigkeit des Bodens bestimmt. Für die Messungen wird das EM 38 über das Feld gezogen. Im Sekundentakt werden GPS-Koordinaten und Messwerte aufgezeichnet. Aus den einzelnen Werten werden dann Boden- und Reliefkarten der Ackerfläche erstellt, auf deren Grundlage dann die Aussaatkarten generiert werden.

Beispielbetrieb: Neu-Seeland Agrar GmbH

Seit 1996 wird in der Neu-Seeland Agrar GmbH Reinstedt teilflächenspezifisch gearbeitet. Geschäftsführer Herbert Lisso sieht darin die Möglichkeit, pflanzenbauliche und betriebswirtschaftliche Entscheidungen mit ganz neuer Qualität zu treffen. Der Betrieb bewirtschaftet 1.600 ha, die durchschnittliche Bodenwertzahl ist 80,5. "Etwa die Hälfte der Flächen sind recht homogen und die andere Hälfte der Schläge hat eine stark schwankende Bodenqualität", erklärt Lisso.
 
In den letzten 20 Jahren wurde in der Neu-Seeland Agrar schrittweise ein einfaches und praktikables System der teilflächenspezifischen Erfassung der Potenziale auf den Flächen und der Ableitung von Bewirtschaftungsparametern geschaffen, das nach Aussagen von Lisso mit vertretbarem Aufwand zu beherrschen ist und bei dem nicht der oft beklagte riesige "Datenmüll" entsteht.
 
Betrachtet man die gesamte Technik für die teilflächenspezifische Bewirtschaftung, so kommt der Neu-Seeländer Betrieb auf rund 55.000 Euro. Jetzt, wo das System läuft, summieren sich die Einsparungen von Dünger, Saatgut und Pflanzenschutzmittel sowie der Mehrertrag auf jährlich rund 56.000 Euro. Ein gutes Geschäft! Aber die Mehrerlöse sind nicht sofort im ersten Jahr nach der Investition drin.

Den vollständigen Bericht zur teilflächenspezifischen Aussaat lesen Sie in der traction-Ausgabe Juli/August 2015.
Auch interessant